Politik

Schlachtfeld als WerbeflächeKreml prahlt mit Auftragsrekord für Waffen

12.01.2026, 16:27 Uhr
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Russische Militärtechnik werbe im Krieg für sich selbst, sagte Vizeregierungschef Manturow. (Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen länger als der Kampf der Sowjetunion gegen Nazi-Deutschland. Obwohl Erfolge auf dem Schlachtfeld rar bleiben, ist das für Moskaus Rüstungsindustrie offenbar kein Nachteil - der Kreml meldet Rekordaufträge aus dem Ausland.

Das Interesse an russischen Rüstungsgütern im Ausland ist nach Angaben aus Moskau auf Rekordniveau. "Bis 2022 lag der maximale Auftragswert bei 55 Milliarden Dollar. Heute haben wir mit 70 Milliarden Dollar an schon unterschriebenen Verträgen einen Rekord", sagte Vizeregierungschef Denis Manturow bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin. Manturow führte das auch auf den 2022 von Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine zurück. "Die im Rahmen der militärischen Spezialoperation erprobte Technik wirbt für sich selbst", sagte er. Als militärische Spezialoperation bezeichnen russische Offizielle den Krieg.

Besonders gefragt seien russische Flugabwehrkomplexe, Flugzeuge und Mehrfachraketenwerfer, sagte Manturow. Allerdings hat das Auftragshoch auch eine Kehrseite. Erst im Dezember hatte Manturow nämlich eingeräumt, dass Exportaufträge hinter der Nachfrage der russischen Armee nach neuen Waffen anstehen müssten, also nur mit Verspätung abgearbeitet werden.

Russische Kriegspropagandisten wie die Chefin der staatlichen Medienholding RT, Margarita Simonjan, hatten in dem Krieg gegen die Ukraine ursprünglich einen russischen Sieg innerhalb kürzester Zeit vorausgesagt. Inzwischen dauert der russische Angriffskrieg länger als der Verteidigungskampf der Sowjetunion gegen Hitler-Deutschland im Zweiten Weltkrieg.

Moskau versuche, an die Erfolge der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg anzuknüpfen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag in seiner abendlichen Videoansprache. Tatsächlich habe Russland dabei vor allem die Verbrechen des 20. Jahrhunderts reproduziert. "Sie haben die Misshandlung von Menschen wiederholt, den Faschismus wiederholt, fast alles wiederholt, was im 20. Jahrhundert das Schlimmste war", betonte er. "Dennoch versuchen die Russen, denselben Donbass zu erobern wie vor fast vier Jahren, sie wollen erneut lügen, dass sie Kupjansk eingenommen haben."

Die Länge der Auseinandersetzung erklärt Moskau damit, dass Russland in der Ukraine gegen den gesamten Westen kämpfe. Tatsächlich hat die Nato keine Soldaten in die Ukraine entsandt. Allerdings hilft der Westen dem angegriffenen Land mit Waffen zur Verteidigung.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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