Kundschaft in NahostEurowings evakuiert Reisende auf eigene Faust aus Krisengebiet

Die Bundesregierung plant bisher vier Evakuierungsflüge für die mindestens 30.0000 gestrandeten Deutschen im Nahen Osten. Eurowings will die eigenen Pauschalreisenden ebenfalls aus der Konfliktregion holen. Morgen startet ein Rettungsflug.
Die Lufthansa-Tochter Eurowings schickt ein erstes eigenes Flugzeug in den Nahen Osten, um rund 150 Touristen nach Deutschland zurückzuholen. Geplant ist ein Sonderflug aus dem saudischen Riad nach Köln in der kommenden Nacht, wie das Unternehmen mitteilt.
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An Bord kommen Pauschalreisegäste des eigenen Reiseveranstalters Eurowings Holidays, die in Dubai und Umgebung vom US-israelischen Angriff auf den Iran überrascht worden waren. Sie sollen mit Bussen zum Flughafen Riad gebracht werden.
Die Landung des Airbus A320 mit der Flugnummer EW6131 aus dem Krisengebiet wird in Köln um 0.30 Uhr erwartet. Es handelt sich um den ersten eigenen Evakuierungsflug der Lufthansa Group nach Deutschland. Die Airline war bislang als Dienstleister der Bundesregierung tätig.
Bundesregierung plant bisher mit vier Flügen
Zudem will die Bundesregierung nach drei Sonderflügen aus dem Oman ebenfalls aus der saudischen Hauptstadt Riad in der Region gestrandete Deutsche in die Heimat zurückbringen. Das kündigte Außenminister Johann Wadephul am Donnerstagabend auf Instagram an. Geprüft werde auch, ob weitere Sonderflüge "notwendig und möglich sind".
Im Zuge der Evakuierungsaktion war am Donnerstagmorgen eine erste Maschine aus Maskat im Oman in Frankfurt am Main gelandet. An Bord des Airbus A340 der Lufthansa waren laut Wadephul mehr als 250 Menschen. Ein weiterer Sonderflug aus Maskat mit einer Airbus-Maschine der Fluggesellschaft Condor wird gegen 11 Uhr in Frankfurt erwartet. Eigentlich war dieser Flug bereits am Donnerstagabend in Deutschland erwartet worden. Der Abflug hatte sich jedoch erheblich verzögert. Zahlreiche Flughäfen der Golf-Region sind wegen iranischen Beschusses geschlossen oder im Betrieb stark eingeschränkt.
Dann soll es noch einen dritten Sonderflug aus Maskat geben, ebenfalls von Condor durchgeführt, bevor der vierte Sonderflug in Saudi-Arabien startet. Laut einem Papier des Auswärtigen Amts zur Information des Bundestages soll der Flug aus Riad am Sonntagnachmittag mit einer gecharterten Maschine der Fluggesellschaft Sundair organisiert werden. Zur Vorbereitung der Ausreise sollen besonders verletzliche Deutsche wie Schwangere, Kranke oder Ältere auf dem Landweg aus dem Golfemirat Katar nach Riad gebracht werden.
Ausgeflogene müssen nach Konsulargesetz jeweils 500 Euro als Beteiligung zahlen. Um Informationen über die Flüge zu erhalten, müssen Betroffene sich in die Krisenvorsorgeliste "Elefand" des Auswärtigen Amts eintragen.