Politik

Corona-Lage bleibt angespannt Laschet erwartet "härtestes Weihnachtsfest"

fb73b531b48251822fd4af534b575b56.jpg

So richtig Festtagsstimmung will in den einzelnen Bundesländern derzeit nicht aufkommen.

(Foto: dpa)

"Es reicht noch nicht." Vertreter von Bund und Ländern sind sich einig, dass die geltenden Corona-Maßnahmen noch nicht die gewünschte Wirkung entfaltet haben. Noch gibt es zu viele Neuinfektionen. Das dürfte auch die Gestaltung des Weihnachtsfestes beeinflussen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich skeptisch zu den Aussichten auf ein unbeschwertes Weihnachtsfest geäußert. "Es wird kein Weihnachten wie jedes andere", sagte der CDU-Politiker in Düsseldorf im Anschluss an die Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Corona-Pandemie. "Es wird das härteste Weihnachtsfest sicher, das wir seit Jahrzehnten erlebt haben."

Laschet sagte, Ziel der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin sei es, der Bevölkerung zu Weihnachten möglichst viele Begegnungen zu ermöglichen. Ob dies gelinge, hänge aber auch vom Verhalten der Bürger ab. Nach ihren Beratungen appellierten die Länderchefs und Merkel an die Menschen, ihre Kontakte derzeit auf ein Minimum zu reduzieren.

Hamburgs Bürgermeisters Peter Tschentscher zeigte sich indes überzeugt, dass der sogenannte Wellenbrecher-Lockdown erfolgreich ist. Für eine Lockerung der Maßnahmen Richtung Weihnachten und Silvester sei es aber noch zu früh, so der SPD-Politiker. Zwar habe man bei den aktuellen Bund-Länder-Beratungen noch drastischere Einschränkungen abwenden können. Zunächst müsse aber die weitere Entwicklung bei den Zahlen der Neuinfektionen abgewartet werden, da es noch keine ausreichende Planungsperspektive für Lockerungen gebe. "Wir haben uns aber vorgenommen, diese Perspektive so bald wie möglich zu entwickeln und dann auch zu sagen, wie es Weihnachten und Silvester weitergehen kann."

*Datenschutz

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stimmte die Menschen in Deutschland indes auf eine Verlängerung und weitere Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen über das Monatsende hinaus ein. "Ich habe wenig Hoffnung, dass Ende November alles wieder gut ist", sagte der CSU-Chef. Man müsse die Maßnahmen deshalb "lieber verlängern, statt vorzeitig abzubrechen". Und weiter: "Im Zweifel müssen wir auf Sicherheit setzen."

Die Neuinfektions-Zahlen begännen zu stagnieren. Söder betonte aber: "Es reicht noch nicht." Ziel müsse sein, den Inzidenzwert Richtung 50 zu senken, um Infektionsketten nachverfolgen und ein diffuses Geschehen verhindern zu können. Derzeit gibt es auf ganz Deutschland gerechnet rund 140 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Söder kündigte konkrete Beschlüsse für kommende Woche an. Er fügte hinzu, um das Weihnachtfest mache er sich fast weniger Sorgen als um Silvester. "So richtig vorstellen mag ich mir nicht, das wirklich große Skiferien wieder stattfinden."

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP