Politik

RTL/ntv Trendbarometer Laschet könnte Union 98 Mandate kosten

Noch glaubt CDU-Chef Laschet an seine Chance, Kanzlerkandidat zu werden. Seiner Partei würde er damit allem Anschein nach keinen Gefallen tun. In einer neuen Umfrage sagen viele Anhänger der Union: Lieber gar nicht wählen, als Laschet wählen.

Viele Wählerinnen und Wähler der Union knüpfen ihre Stimme bei der Bundestagswahl im September anscheinend an die Frage, wer Kanzlerkandidat von CDU und CSU wird. Gute Neuigkeiten sind das vor allem für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Ziehen die Unions-Parteien dagegen mit dem nordrhein-westfälischen Landeschef Armin Laschet in den Bundestagswahlkampf, drohen ihnen massive Verluste.

Im RTL/ntv Trendbarometer stagniert die Union seit drei Wochen bei 27 Prozent. Von diesen 27 Prozent wären laut einer neuen Forsa-Umfrage aber nur knapp zwei Drittel - 65 Prozent - bereit, der Union auch dann ihre Stimme zu geben, wenn der Kanzlerkandidat Armin Laschet heißt. Dagegen sagen 35 Prozent, dass sie eine andere Partei oder gar nicht wählen würden, wenn die Union mit CDU-Chef Laschet als Spitzenkandidaten antritt.

Besonderen Einfluss scheint das Wahlkampf-Personal in zwei Regionen zu haben. In der bayerischen Heimat von CSU-Chef Söder und in Ostdeutschland wollen jeweils 39 Prozent der jetzigen Unions-Anhänger ihre Entscheidung revidieren, wenn Laschet Kanzlerkandidat wird. Noch dramatischer ist die Wähler-Abwanderung bei den jungen, 18- bis 29-jährigen Anhängern von CDU und CSU: Fast die Hälfte von ihnen, 44 Prozent, knüpft ihre Stimme für die Union an die Nicht-Kandidatur von Laschet.

Laschet könnte Union 98 Mandate kosten

Der "Laschet-Faktor" würde die Union nicht nur ein Drittel ihrer derzeitigen Anhänger kosten: Laut Forsa würde die Partei in einem neu gewählten Bundestag fast 100 Sitze weniger erobern als 2017. Mit Armin Laschet als Kanzlerkandidat käme sie momentan nur noch auf 148 Mandate, ein Minus von 98 Sitzen gegenüber 2017. Die Prognose beruht auf einem Modell, das die Verteilung von Erst- und Zweitstimmen und auch den Entwurf für die geplante Wahlrechtsreform berücksichtigt.

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Wenn die Deutschen ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler selbst wählen könnten, hätte CSU-Chef Markus Söder weiterhin die Nase vorn. Wenn Annalena Baerbock für die Grünen und Olaf Scholz für die SPD die Gegenkandidaten wären, würden sich 40 Prozent für Söder entscheiden. Baerbock würde 23, Scholz 16 Prozent erreichen. Laschet käme gegen Baerbock und Scholz auf 19 Prozent und läge damit hinter Baerbock (23) und knapp vor Scholz (16).

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 13. bis 16. April 2021 erhoben. Datenbasis: 2003 Befragte.

Quelle: ntv.de, chr

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