Politik

Umfrage zum Kampf um CDU-Vorsitz Laschet sympathischer, Merz kompetenter

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Wer wird Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer an der CDU-Spitze?

(Foto: dpa)

Das Rennen um den CDU-Vorsitz läuft - Armin Laschet, Friedrich Merz oder doch Norbert Röttgen, das ist nun die Frage. Wer welche Chancen hat, zeigt eine neue Blitzumfrage im Auftrag von RTL/ntv.

Einer neuen Blitzumfrage zufolge stehen Armin Laschet und Friedrich Merz in der Gunst der Unionswähler am höchsten und träfen als Kanzlerkandidaten bei einer Bundestagswahl in Grünen-Chef Robert Habeck auf einen aussichtsreichen Gegner. Das zeigen aktuelle Zahlen, die Forsa an diesem Dienstag im Auftrag von RTL/ntv erhoben hat. Der dritte Bewerber um den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, kann sich laut dieser Werte nur geringe Hoffnungen auf den Führungsjob machen. Als möglicher Kanzlerkandidat schneidet er ebenfalls schlechter als seine parteiinternen Konkurrenten ab. Auch SPD-Mann Olaf Scholz kommt auf bessere Zahlen.

Unter den Unionswählern hat Laschet die höheren Sympathie-Werte als Merz (53 zu 33 Prozent), dieser steht dafür bei der Kompetenz besser da (63 zu 57 Prozent). Röttgen erscheint den CDU-Wählern zwar geringfügig sympathischer als Merz, doch halten ihn nur 38 Prozent für kompetent. Jeweils rund 30 Prozent glauben, dass Laschet und Merz Wähler zurückgewinnen könnten, die zu den Grünen abgewandert sind. Bei derselben Frage nach der AfD schneidet Merz deutlich besser ab als sein Konkurrent aus Düsseldorf: 63 Prozent der CDU-Anhänger trauen ihm dies zu und auch immerhin 43 Prozent der AfD-Wähler und -Sympathisanten. Bei Laschet halten das nur 10 Prozent der CDU-Wähler und gerade einmal 3 Prozent der AfD-Anhänger für möglich. Ähnlich sehen Röttgens Werte aus.

Laschet bei K-Frage leicht im Vorteil

Wer CDU-Vorsitzender ist, hat in Absprache mit der CSU traditionell das erste Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur - auch hier liegen Laschet und Merz nah beieinander. Gut 40 Prozent der Unionswähler halten beide für "geeignet", Bundeskanzler zu werden. Bei der Frage danach, "bei wem das Land in guten Händen wäre", hat Laschet Vorteile: 49 Prozent der Unionswähler sind hier für den Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens. Merz kommt auf 43 Prozent. Röttgen ist auch hier abgeschlagen: Er kommt in dieser Frage nur auf 33 Prozent.

Vergleichbare, aber naturgemäß niedrigere Werte erreichen die Kandidaten, wenn alle Wahlberechtigten gefragt werden. Hier sähen 32 Prozent das Land bei Armin Laschet in guten Händen, bei Merz wären es 26 Prozent. Damit lägen beide in dieser Frage hinter Grünen-Chef Habeck, der auf 34 Prozent kommt. Auch Scholz läge mit 27 Prozent knapp vor Merz. Die Fehlertoleranz liegt allerdings bei drei Prozentpunkten, die tatsächliche Rangfolge könnte also von diesen Werten abweichen.

Merz der Kompetenteste, Habeck der Beliebteste

Habeck hat unter derzeit möglichen Kanzlerkandidaten die höchsten Sympathiewerte im gesamten Wahlvolk. 46 Prozent mögen ihn, gegenüber 38 Prozent bei Laschet und nur 21 Prozent bei Merz. Scholz kommt hier auf 31 Prozent. Merz wird zwar insgesamt als der kompetenteste Politiker angesehen, der Grünen-Chef (42 Prozent) und der mögliche SPD-Kandidat (44 Prozent) bewegen sich aber auf einem ähnlichen Niveau. Einsame Spitze ist Merz übrigens beim "Machtbewusstsein". 68 Prozent des Wahlvolks bescheinigt ihm dies - zum Vergleich: Zweitplatzierter in dieser Frage ist Röttgen mit 32 Prozent.

Die Umfrage zeigt auch, dass die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans kaum eine Chance als Kanzlerkandidaten hätten. Bei der Frage, ob sie für das Amt geeignet wären, kommen sie nicht einmal auf zweistellige Werte. Ähnlich sieht es bei der Frage danach aus, bei wem das Land in guten Händen wäre. Scholz hätte zumindest dieser Umfrage zufolge also die besten Chancen in der SPD im Rennen um das Kanzleramt.

Quelle: ntv.de, vpe