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Nach Geisel-Terror in Frankreich Linkspolitiker verhöhnt toten Polizisten

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Ein Bild und Blumen erinnern in Carcassonne an Arnaud Beltrame.

(Foto: AP)

Bei der Geiselnahme in Südfrankreich tauscht Polizist Arnaud Beltrame sein Leben gegen das einer Frau ein. Das In- und Ausland feiert ihn deswegen als Helden. Ein Politiker der französischen Linken bejubelt den Tod dagegen - und kommt in Gewahrsam.

In Frankreich hat die Polizei einen linksgerichteten Politiker festgenommen, nachdem er den Polizisten verhöhnt hatte, der bei der Geiselnahme am Freitag in Trèbes gestorben war. Stéphane Poussier, erfolgloser Kandidat der Linkspartei La France Insoumise ("Das unbeugsame Frankreich") bei der Parlamentswahl 2016, wurde am Sonntag in Dives-sur-Mer in der Normandie in Gewahrsam genommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Poussier hatte auf Twitter geschrieben: "Immer wenn ein Polizist erschossen wird (...) denke ich an meinen Freund Rémi Fraisse." Der junge Umweltaktivist war 2014 bei Protesten gegen ein Staudammprojekt im Süden Frankreichs von einer Tränengasgranate der Polizei getötet worden. "Großartig", fügte Poussier hinzu. "Ein Wähler für (Präsident Emmanuel) Macron weniger."

Ein islamistischer Attentäter hatte am Freitag in Südfrankreich vier Menschen getötet. Er raubte zunächst in Carcassonne ein Auto und nahm dann in einem Supermarkt in Trèbes mehrere Geiseln. Der Polizist Arnaud Beltrame ließ sich gegen eine weibliche Geisel austauschen. Wenig später wurde er von dem Täter niedergeschossen. Am Samstag erlag er seinen schweren Verletzungen. Präsident Macron und viele andere Politiker im In- und Ausland bezeichneten Beltrame als "Helden".

Die Staatsanwaltschaft in der Normandie sagte, Poussier befinde sich wegen "Rechtfertigung von Terrorakten" in Gewahrsam. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 100.000 Euro. Seine Partei und ihr Vorsitzender, der ehemalige Minister für Berufsbildung Jean-Luc Mélenchon, verurteilten Poussiers Äußerungen.

Bei dem Attentäter handelt es sich um den in Marokko geborenen Franzose Radouane Lakdim. Er war aufgrund seiner Radikalisierung in der französischen Gefährder-Datenbank verzeichnet. Nach Angaben des Anti-Terror-Staatsanwalts François Molins ergab eine Überprüfung 2016 und 2017 jedoch keine Anzeichen, dass er einen Terrorakt begehen würde. In der Datenbank war französische Berichten zufolge auch die Lebensgefährtin von Lakdim als Gefährderin erfasst.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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