Politik

Chinas Präsident bei den Briten London empfängt Xi mit Prunk und Protest

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Chinas Präsident Xi Jinping beim Empfang in Großbritannien. Hinter ihm läuft Prinz Philip.

(Foto: imago/Xinhua)

Chinas Präsident ist in Großbritannien zu Gast. Das Treffen soll vor allem die chinesisch-britischen Wirtschaftsbeziehungen stärken. Doch der Besuch ruft auch viele Kritiker auf den Plan. Dazu gehört ein Mitglied aus dem englischen Königshaus.

Mit großem Pomp und begleitet von Protesten hat der Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Großbritannien begonnen. Der viertägige Besuch solle die chinesisch-britischen Beziehungen zu "neuen Höhen" führen, sagte Xi bei einer Rede auf Mandarin vor dem britischen Parlament. Bei dem Besuch sollen Handels- und Investitionsverträge im Wert von umgerechnet mehr als 40 Milliarden Euro unterzeichnet werden.

Dem chinesischen Präsidenten, der von seiner Frau Peng Liyuan begleitet wird, wurde zum Auftakt seines Besuchs die Ehre einer Pferdeparade auf der zum Buckingham Palast führenden Mall zuteil. Königin Elizabeth II. sowie Prinz Philip und Prinz Charles waren mit dabei. Tausende Chinesen, die Fahnen schwenkten, jubelten Xi auf der Mall zu, auch ein Drachentanz wurde aufgeführt.

Die Wirtschaft steht im Vordergrund

Zeremonieller Höhepunkt war am Abend ein Staatsbankett im Buckingham-Palast mit Elizabeth II., Prinz Philip und Premierminister David Cameron. Auch Prinz William und seine Frau Kate waren erschienen. Es gebe "viele Gründe, die dynamische, wachsende Wirtschaftsbeziehung" zwischen Großbritannien und China zu feiern, sagte die 89 Jahre alte Königin in ihrer Rede. "Obwohl mein Besuch gerade erst angefangen hat, bin ich schon tief beeindruckt von der Lebendigkeit der chinesisch-britischen Beziehungen und der tiefen Freundschaft zwischen unseren Völkern", sagte Xi während einer kurzen Rede im britischen Parlament.

Allerdings erwarteten auch rund 200 Demonstranten der buddistischen Bewegung Falungong den chinesischen Präsidenten. Die Menschenrechtsorganisationen Free Tibet und Amnesty International (AI)organisierten Kundgebungen. Die Demonstranten kritisierten, dass Wirtschaftsinteressen bei dem Besuch die schwierige Menschenrechtslage in China in den Hintergrund drängten.

3900 neue Arbeitsplätze

Premierminister Cameron möchte den chinesischen Präsidenten in London und auf seinem Landsitz Chequers empfangen. Nach Angaben eines Regierungssprechers soll dabei auch das Thema Menschenrechte zur Sprache kommen. Vor allem sollen aber Wirtschaftsverträge geschlossen werden, durch die laut Regierung 3900 Arbeitsplätze in Großbritannien geschaffen werden.

Nach Ansicht von AI sollte Cameron verstärkt Korruption, Folter und die Verfolgung von Oppositionellen und Anhängern religiöser Minderheiten in China zum Thema machen. "Wir wollen, dass Handel und Menschenrechte gleichzeitig diskutiert werden", sagte AI-Vertreterin Kate Allen am Rande einer Demonstration. In China würden, "mehr Menschen als in allen anderen Ländern der Welt zusammen hingerichtet".

Charles blieb dem Bankett fern

Der britische Thronfolger Charles und seine Frau Camilla hatten Xi zunächst im Londoner Mandarin Oriental Hotel begrüßt. In Clarence House, ihrer offiziellen Residenz, stand dann der Nachmittagstee mit Chinas Staatschef auf dem Programm.

Am Staatsbankett mit der Königin wollte Charles allerdings nicht teilnehmen. Er ist ein Anhänger des im Exil lebenden Dalai Lama, der in Opposition zur chinesischen Staatsführung steht. Der buddhistische Geistliche strebt nach eigenen Angaben nicht die Unabhängigkeit von China, sondern größere Autonomie für die Tibeter an. Peking wirft ihm hingegen vor, Tibet von der Volksrepublik China abspalten zu wollen.

Quelle: ntv.de, kpi/AFP/dpa

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