Politik

Erdogan muss vorher "liefern" Maas schließt Finanzhilfen für Türkei aus

309bfc07edd4ec30986496a94381bb5e.jpg

Außenminister Heiko Maas reist am 5. September in die Türkei.

(Foto: imago/photothek)

Die türkische Lira befindet sich seit Monaten im Abwärtstrend. Auf deutsche Unterstützung in der Krise braucht die Türkei aber nicht hoffen. Außenminister Maas setzt voraus, dass sich erst die deutsch-türkischen Beziehungen normalisieren.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat finanzielle Hilfen für die wirtschaftlich trudelnde Türkei ausgeschlossen. "Wir haben keinerlei Interesse daran, dass die Türkei wirtschaftlich und politisch abschmiert", sagte er der "Bild am Sonntag" kurz vor seiner Reise in das Land. "Es geht aber jetzt nicht um konkrete finanzielle Hilfsmaßnahmen für die türkische Wirtschaft, sondern um eine Normalisierung unserer Beziehungen. Dafür muss die Türkei liefern."

SPD-Fraktions- und Parteichefin Andrea Nahles hatte Türkeihilfen vor wenigen Wochen ins Spiel gebracht. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dem Vorschlag wenig später eine Absage erteilt.

Die Türkei leidet seit Monaten unter einem massiven Wertverlust der heimischen Lira. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan führt das auf einen "Wirtschaftskrieg" des Westens gegen sein Land zurück. "Wenn sie ihre Dollar haben, haben wir unseren Gott", sagte er im August vor Journalisten. "Sie können die Türkei nicht mit Dollar ins Wanken bringen."

Hintergrund der Krise ist auch ein Streit zwischen den Regierungen in Ankara und Washington wegen der Inhaftierung eines US-Pastors in der Türkei. Die USA haben deswegen Sanktionen verhängt.

Im Gespräch mit der "Bild am Sonntag" erinnerte Außenminister Maas daran, dass "ohne nachvollziehbaren Grund" auch noch sieben Deutsche in türkischer Haft sitzen. "Menschen müssen seit über einem Jahr Einzelhaft ertragen, ohne dass Anklageschriften vorliegen. Diese Zustände sind unhaltbar und müssen beendet werden."

Maas reist am 5. September in die Türkei. Er will politische Termine wahrnehmen und das 150. Jubiläum der deutschen Schule in Istanbul feiern. Ende September empfängt die Bundesregierung den türkischen Präsidenten zu einem Staatsbesuch.

Quelle: n-tv.de, chr/DJ

Mehr zum Thema