Politik

Laschet oder Söder? Macron schwärmt lieber für Kanzlerin Merkel

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Macron steht Kanzlerin Merkel deutlich näher als ihren potenziellen Nachfolgern wie Armin Laschet.

(Foto: dpa)

Leidenschaft und Weitblick attestiert Armin Laschet Emmanuel Macron für seine Außenpolitik. Der französische Präsident hält sich mit der Erwiderung von Komplimenten zurück. Er bleibt diplomatisch neutral in der Favoritenfrage fürs deutsche Kanzleramt - und schwärmt lieber von Merkel.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will bis "zur letzten Sekunde" mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammenarbeiten. Er kooperiere "Hand in Hand" mit der CDU-Politikerin, dabei gebe es "viel Vertrauen und Freundschaft", sagte Macron in Paris nach einem Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrat. Das Treffen fand als Videokonferenz statt.

Macron reagierte damit auf eine Frage, ob er unter den potenziellen Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet von der CDU oder Markus Söder von der CSU, einen Favoriten habe. In der heimischen Politik machte er nie Vorhersagen - und das mache er auch nicht für Deutschland, sagte Macron. Der 43-Jährige bestätigte, dass er am Vormittag mit Söder per Videoschalte gesprochen habe. Laschet habe er bereits vor einigen Monaten getroffen. Diese Gespräche fanden demnach nach Absprache mit Merkel statt. Zudem traf der neue CDU-Chef den französischen Präsidenten im vergangenen Jahr in seiner Funktion als deutsch-französischer Kulturbeauftragter.

Laschet und Söder gelten als mögliche Kanzlerkandidaten

Sympathie für Macron scheint bei Laschet auf jeden Fall vorhanden zu sein: In einem Interview mit Reuters hatte er Macron in den höchsten Tönen gelobt. "Strategischer Weitblick und Leidenschaft sind in der Außenpolitik unverzichtbar. Manchmal muss man in der Außenpolitik auch Ideen entwickeln, die im Tagesgeschäft noch nicht realistisch sind", sagte der potenzielle Kanzlerkandidat der Union. Genau dies habe Frankreichs Präsident getan und sei mit einer pro-europäischen Agenda erfolgreich in den Wahlkampf gezogen. "Er hat doch Recht: Die Bürger wollen mehr Europa, etwa bei der inneren Sicherheit, im Kampf gegen Terrorismus, Islamismus, Geldwäsche oder Menschenhandel." Laschet forderte zudem eine engere europäische Zusammenarbeit etwa in der Außen- und Sicherheitspolitik.

Ob er dazu Gelegenheit erhält, steht allerdings noch längst nicht fest: Der neue CDU-Chef und der CSU-Vorsitzende Söder gelten beide als mögliche Kanzlerkandidaten der Union - und damit als potenzielle Nachfolger Merkels, die bei der Bundestagswahl im September nicht mehr antritt. Eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur soll im Frühjahr fallen.

Quelle: ntv.de, joh/dpa/AFP