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"Alles Gute für die Stichwahl" Macrons Erfolg entzückt deutsche Politik

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Emmanuel Macron gilt nach seinem Einzug in die Stichwahl als Favorit auf die französische Präsidentschaft.

(Foto: REUTERS)

Die deutsche Politik ist sich fast parteiübergreifend einig: Dass Emmanuel Macron in der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl steht, ist ein gutes Zeichen. Dass Marine Le Pen seine Gegnerin sein wird, ein "schwerer Schlag".

Der Sieg von Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl ist in Deutschland mit Freude und Erleichterung aufgenommen worden. Die Bundesregierung wünschte dem parteilosen Pro-Europäer "alles Gute" für die Stichwahl um die französische Präsidentschaft am 7. Mai. "Gut, dass Emmanuel Macron mit seinem starken Kurs für eine starke EU und soziale Marktwirtschaft Erfolg hatte", schrieb Steffen Seibert, der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf Twitter. "Alles Gute für die nächsten zwei Wochen."

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Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel reagierte erfreut auf den Ausgang der ersten Runde der Präsidentenwahl. Er sei "froh, dass Emmanuel Macron die Wahlen anführen" werde, teilte Gabriel am Sonntagabend über Twitter mit. Macron sei "der einzige wirklich pro-europäische Kandidat" unter den elf Bewerbern gewesen. SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte im ZDF, er sei "sehr froh, dass ein ausgewiesener Pro-Europäer" gewonnen habe. Dies sei auch gut für Deutschland.

Bei Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses von der CDU, sorgte der Erfolg von Macron ebenfalls für Freude. "Ich meine, dass es für Deutschland und Europa nicht besser geht: Emmanuel Macron ist wirtschaftsreformorientiert - ich glaube, das braucht Frankreich auch - und er ist pro-europäisch, so sehr wie kein anderer in diesem Rennen", erklärte Röttgen am Sonntagabend.

"Sie ist eine Blenderin"

Der Einzug der Rechtspopulistin Marine Le Pen in die Stichwahl sorgte dagegen für Unbehagen. Das sei eine Enttäuschung, aber eine erwartete, sagte Röttgen weiter.

Manfred Weber, Europapolitiker der CSU, sprach sich gar für ein Bündnis aller Demokraten aus, um Le Pens Präsidentschaft zu verhindern. "Sie ist eine Blenderin", erklärte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament. "Die stolze Nation Frankreich darf nicht von einer Gaunerin regiert werden."

Die Linkspartei sieht im Erfolg Le Pens ebenfalls eine Warnung. Das sei ein schwerer Schlag für Freiheit und Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden, teilten die Vorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping mit. Sie sehen aber auch in den guten Chancen von Macron auf das Präsidentenamt keinen Grund zum Jubeln. "Die Politik Macrons wird die Spaltungslinien in der Gesellschaft weiter vertiefen."

Die Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir erklärten: "Es gilt nun, alle demokratischen und pro-europäischen Kräfte in Frankreich und Europa zu mobilisieren, um die nationalistische, populistische, fremdenfeindliche und anti-europäische Politik des Front National zu verhindern." "Mit seiner Botschaft von Zuversicht und Hoffnung und seinem klaren Ja zu Europa" sei Macron "der Gegenentwurf zu Marine Le Pen".

Die AfD gratulierte dagegen der Rechtspopulistin zum Sieg in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen. "Glückwunsch an Marine Le Pen, das ist eine ganz große Leistung", sagte AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg der Deutschen Presse-Agentur. Das gute Abschneiden der Front-National-Chefin sei ein weiterer Hinweis darauf, "dass die patriotische Bewegung in Europa wirklich wächst". Bei den Themen Grenzsicherung und "Missionierung durch den Islam" lägen die AfD und die Partei Le Pens auf einer Linie, betonte Poggenburg.

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Quelle: n-tv.de, chr/AFP/dpa

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