Politik

Verfolgung nach Putschversuch Mehr Türken suchen Asyl in Deutschland

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In einem Erstaufnahmelager in Mecklenburg-Vorpommern warten junge Männer auf Asyl.

(Foto: dpa)

Im ersten Quartal 2017 suchten so viele Türken in Deutschland Asyl wie seit Jahren nicht mehr. Nach dem Putschversuch gegen Präsident Erdogan leiden viele Menschen unter Verfolgung. Ihre Aussichten auf ein Bleiberecht sind jedoch gering.

Seit Anfang des Jahres haben nach einem Bericht der Zeitungen der Funke-Mediengruppe mehr als 1100 türkische Bürger Asylanträge in Deutschland gestellt. Allein im Januar und Februar hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) demzufolge 1151 Anträge registriert.

Das Bundesinnenministerium hatte im Februar berichtet, schon seit Längerem steige die Zahl der Asylanträge von Türken - von etwa 1800 im Jahr 2014 über 4600 im Jahr 2015 auf 5742 im Vorjahr, darunter gut 4300 türkische Kurden.

Angesichts des harten Vorgehens gegen Regierungsgegner nach dem Putschversuch im Juli suchen auch türkische Diplomaten in Deutschland Schutz vor politischer Verfolgung. Das Innenministerium bezifferte die Zahl der "Asylanträge von Diplomatenpassinhabern aus der Türkei" kürzlich auf 136. Darunter seien auch Familienangehörige von Diplomaten.

Erfolgsaussichten sind schlecht

Auch etwa 40 türkische Nato-Soldaten suchen in Deutschland Schutz vor politischer Verfolgung. Die türkische Regierung beschuldigt sie, Teil der Gülen-Organisation zu sein, die sie für den Putschversuch verantwortlich macht. Seit dem Umsturzversuch wurden mehr als 41.000 Menschen in der Türkei festgenommen. Die türkischen Behörden gehen mit aller Härte gegen Oppositionelle - mutmaßliche Putschisten und Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen - vor, die Ankara für den Putschversuch verantwortlich macht.

Die Anerkennungsquote türkischer Asylbewerber ist nach Aussage von Bundesinnenminister Thomas de Maizière jedoch niedrig. 2016 habe sie bei rund acht Prozent gelegen, sagte er im Februar.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa/AFP

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