RTL/ntv-TrendbarometerMehrheit der AfD-Wähler liebäugelt mit Auswandern - eine Region Favorit

Wähler der AfD sind oftmals sehr unzufrieden mit den Verhältnissen in Deutschland. So ist es wenig überraschend, dass eine Mehrheit von ihnen sich vorstellen kann, auszuwandern. Die Sehnsucht weist nach Norden.
Eine Mehrheit der Wähler von AfD und Linken kann sich offenbar gut vorstellen, auszuwandern. Das zeigt eine neue Umfrage für das Trendbarometer von RTL und ntv. In der von Forsa erstellten Erhebung gaben 56 Prozent der AfD-Wähler und 54 Prozent der Linken-Wähler an, es gebe ein Land, in dem sie lieber leben würden als Deutschland. Dabei sollten sie nur die wirtschaftliche und politische Lage sowie die Zukunftsperspektiven bewerten.
Deutlich seltener fiel Anhängern von Union, SPD (jeweils etwa ein Drittel) und Grünen (etwa ein Viertel) ein lebenswerteres Land als Deutschland ein. Über die Parteigrenzen hinweg sagten 45 Prozent der Befragten, ein anderes Land sei attraktiver als Deutschland. Dabei stellte sich heraus: Je jünger die Befragten, umso eher scheint Auswandern infrage zu kommen.
Nordwärts soll es gehen
Nur wohin? Weit in die Ferne schweifen möchten die Unzufriedenen nicht. 27 Prozent gaben die Schweiz an, wo bereits viele deutsche "Gastarbeiter" leben. Doch direkt dahinter zeigt sich die Beliebtheit Skandinaviens: 14 Prozent nannten Schweden, 13 Prozent Norwegen und 10 Prozent Dänemark als mögliches Ziel. 7 Prozent nannten zudem einfach Skandinavien. Nimmt man diese Werte zusammen, kommt man auf 44 Prozent. Der Norden Europas ist offenbar für sehr viele Deutsche ein Sehnsuchtsort.
Klassische Auswandererländer wie USA, Australien oder Neuseeland landeten dagegen abgeschlagen hinten mit 2 bis 3 Prozent Nennungen. Dabei spielt nicht nur die Entfernung eine Rolle. Kanada kam immerhin auf 6 Prozent und lag damit vor Italien, Portugal und den Niederlanden.
Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 2. und 5. Oktober erhoben. Datenbasis: 1002 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.
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