Politik

Emirat soll investieren Merkel freut sich auf Geld aus Katar

imago_st_091715400022_62391310.jpg1391593972566264151.jpg

Emir und Kanzlerin unter sich.

(Foto: imago/CommonLens)

Katar ist steinreich und auch in Deutschland ein gerngesehener Investor. Doch angeblich unterstützt das Emirat den IS, außerdem machen die Baustellen zur Fußball-WM Negativ-Schlagzeilen. Beim Besuch des Emirs macht die Kanzlerin ihre Prioritäten klar.

Trotz der Kritik an Katar wegen mutmaßlicher Unterstützung radikalislamischer Gruppen wirbt die Bundesregierung für mehr Investitionen und Aufträge aus dem Emirat. "Wir freuen uns über jedes katarische Investment", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit dem Emir von Katar in Berlin. Vor allem im Energiebereich und bei der Umwelttechnik lasse sich die Zusammenarbeit ausbauen, sagte Merkel.

Auch die Lieferung von Rüstungsgütern an den Golfstaat schloss sie nicht aus. Dem stünden keine politischen Differenzen im Wege. Merkel sieht das Golfemirat Katar sogar als Verbündeten im Kampf gegen den IS. Der Emir von Katar habe "glaubwürdig versichert", dass der Kampf gegen die Extremisten auch im Interesse Katars sei, sagte sie. Es bestehe "eine breite Gemeinsamkeit, dass wir diese Art von Intoleranz, Brutalität und Kampf gegen alle Andersdenkenden nicht akzeptieren können", sagte Merkel. Sie habe dem Staatschef Katars "alle Fragen gestellt, die auch bei uns diskutiert werden. Emir Tamim al-Thani widersprach Berichten, dass sein Land die extremistische Miliz im Irak und Syrien finanziere.

Emir will sich für Bauarbeiter einsetzen

Auch die Frage nach der Unterstützung der Hamas durch Katar sei diskutiert worden, erklärte Merkel. In diesem Punkt gebe es unterschiedliche Ansichten, aber auch ein "klares Bekenntnis" zu einer Zwei-Staaten-Lösung und einem dauerhaften Frieden, sagte die Kanzlerin.

Der Besuch des Emirs war in Berlin umstritten gewesen. Katar steht seit Monaten wegen Berichten über die Finanzierung radikaler islamischer Gruppen in mehreren Ländern und über die schlechte Behandlung ausländischer Arbeiter auf den Baustellen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in der Kritik.

Merkel betonte, sie habe in dem Gespräch mit dem Emir "sehr deutlich gemacht", dass sich die Bundesregierung gerade in einem so wohlhabenden Land wie Katar wünsche, dass "die Arbeitsbedingungen auch für Gastarbeiter gute Bedingungen sind". Der Emir räumte Versäumnisse ein: "Wir sagen nicht: Wir sind der ideale Staat, der keine Fehler macht." Sein Land arbeite ernsthaft daran, mehr für ausländische Arbeiter zu tun. Deren Ausbeutung auf den zahlreichen WM-Baustellen wird seit langem von Menschenrechtlern angeprangert.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/rts/AFP

Mehr zum Thema