Politik

"Vertrauen verloren gegangen" Merkel räumt Mitschuld an CSU-Debakel ein

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Kanzlerin Merkel nutzte einen Auftritt beim Großhandelsverband BGA zur Selbstkritik.

(Foto: REUTERS)

In Bayern stürzt die CSU ab, in Hessen deutet sich für die CDU ein ähnliches Wahldebakel an. Kanzlerin Merkel erkennt an: Das Agieren der Großen Koalition in Berlin hat den Wahlkämpfern nicht gerade geholfen. Für die Zukunft gelobt sie Besserung.

Nach dem Desaster der CSU bei der Landtagswahl in Bayern hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Mitschuld eingeräumt. Bislang sei es nicht gelungen, "dass die Große Koalition das, was sie gemacht hat, auch wirklich deutlich machen konnte", erklärte die Vorsitzende der CSU-Schwesterpartei CDU auf dem Unternehmertag des Großhandelsverbands BGA. Der Wahltag in Bayern habe auch gezeigt, dass beste Wirtschaftsdaten und Vollbeschäftigung für die Menschen allein nicht ausreichten. Im Rückblick müsse man deshalb sagen, dass "viel Vertrauen verloren gegangen ist".

Ihre Lehre aus der Wahl ist für Merkel, "dass ich auch als Bundeskanzlerin dieser Großen Koalition stärker dafür Sorge tragen muss, dass dieses Vertrauen da ist und damit auch die Resultate unserer Arbeit sichtbar werden." Die Kanzlerin kündigte an, dies künftig mit Nachdruck zu tun. Die Bevölkerung erwarte, dass die Unionsparteien gemeinsam agierten.

Die Christsozialen waren am Sonntag um 10,5 Prozentpunkte auf 37 Prozent abgestürzt. Sie fuhren damit das schwächste Ergebnis seit 1950 ein und müssen nun mit einem Koalitionspartner regieren. Noch am Sonntag deutete sich ein Bündnis mit den konservativ-ländlichen Freien Wählern an.

In der Union richten sich nun bange Blicke nach Hessen, wo in zwei Wochen der Landtag neu gewählt wird. Der CDU mit dem Ministerpräsidenten Volker Bouffier droht ein ähnlicher Absturz wie der CSU, sollten sich die Umfragen bewahrheiten. Bei den beiden Unionsparteien hat deshalb eine Debatte eingesetzt, ob Merkel mittlerweile bei den Wählern als Last angesehen wird.

Quelle: n-tv.de, jog/DJ/dpa

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