Politik
Merkel im französischen La Celle-Saint-Cloud mit dem Chef der Afrikanischen Kommission Mahamat und Frankreichs Präsident Macron.
Merkel im französischen La Celle-Saint-Cloud mit dem Chef der Afrikanischen Kommission Mahamat und Frankreichs Präsident Macron.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 13. Dezember 2017

Treffen mit Sahel-Staatschefs: Merkel warnt vor Terror aus Afrika

Als eine drängende Aufgabe umschreibt die deutsche Kanzlerin das, was sich in den Staaten der Sahel-Zone zusammenbraut. Islamismus und Terror haben die Region zunehmend im Griff, mit Folgen für Europa. Eine Milliarde Entwicklungshilfe soll diesen Trend stoppen.

Kanzlerin Angela Merkel hat einen raschen Start der Anti-Terroraktionen in der Sahel-Zone mit logistischer und finanzieller Hilfe aus der EU und Deutschland gefordert. "Es geht hier um eine drängende Aufgabe", sagte Merkel nach einer Konferenz zum Anti-Terror-Kampf in der Sahel-Zone auf Schloss La Celle-Saint-Cloud bei Paris. "Der islamistische Terrorismus breitet sich aus. Wir können nicht warten, sondern wir müssen möglichst schnell auch beginnen, hier diesen Kampf zu führen", resümierte Merkel.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte als Gastgeber an, dass die finanzielle Starthilfe an die Sahel-Staaten für den bewaffneten Kampf gegen Terroristen steige. Allein Saudi-Arabien wolle rund 100 Millionen Dollar (rund 85 Millionen Euro) für die neue Truppe von fünf Staaten der Region beitragen. Die Vereinigten Arabischen Emirate kämen auf 30 Millionen Dollar, die USA auf 60 Millionen Dollar.

Die EU hatte bereits eine Unterstützung von 50 Millionen Euro angekündigt. Macron nannte keine Gesamtsumme für die Hilfe. Im Februar 2018 solle es ein Unterstützertreffen in Brüssel geben. Zu den Sahel-Staaten gehören unter anderem Mali, Burkina Faso und Niger.

Deutschland werde den Sahel-Ländern zwischen 2017 und 2021 etwa eine Milliarde Euro Entwicklungshilfe zahlen, sagte Merkel. Die Unterstützung werde aber "nicht nützen, wenn die Menschen nicht in Sicherheit leben können". Deswegen habe Deutschland ein elementares Interesse an der Sicherheit der Region. Sicherheit sei Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung in der Region.

Neue Truppe soll 2018 erste Erfolge verbuchen

Die sogenannten G5-Staaten mit Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad hatten im laufenden Jahr eine eigene Truppe gegründet, um besser gegen islamistische Rebellen, Terrormilizen und organisierte Kriminalität auf ihrem riesigen Gebiet vorzugehen. Die Länder waren bei dem Treffen mit ihren Präsidenten vertreten.

Macron sagte, die Truppe werde beschleunigt aufgebaut und mindestens 5000 Soldaten umfassen. "Wir müssen die Schlacht gegen den Terrorismus und den terroristischen Dschihadismus im Sahel-Gebiet gewinnen." Erste Siege müsse es im ersten Halbjahr 2018 geben. "Die Sahel-Koalition ist geboren", sagte der italienische Regierungschef Paolo Gentiloni.

Berlin und vor allem Paris unterstützten den Aufbau der Truppe bereits mit der Koordinierung von Hilfen. Inzwischen hat die EU eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die diese Aufgabe übernommen hat.

Bei der Konferenz hatte Merkel mit Macron sowie den Präsidenten der G5-Sahel-Staaten über den Kampf gegen die Terroristen beraten. Der seit 2014 bestehende Zusammenschluss G5-Sahel hat 2017 eine eigene Truppe gegründet, um besser gegen islamistische Rebellen, Terrormilizen und organisierte Kriminalität in dem riesigen Gebiet vorzugehen.

Quelle: n-tv.de