Politik

Angst vor CDU-Absturz Merz-Flügel fordert Kabinettsumbildung

223561516.jpg

Merz wirft der Parteispitze unter anderem vor, die jüngsten Ergebnisse der Landtagswahlen quasi ignoriert zu haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um ein Signal des Aufbruchs zu erzeugen, müsse CDU-Chef Laschet dafür sorgen, dass es eine Kabinettsumbildung gebe, heißt es dem Wirtschaftsflügel der Partei. Sechs Monate vor der Bundestagswahl sei die CDU nicht ansatzweise vorbereitet, weder inhaltlich noch personell.

In der CDU geht die Angst vor einer Niederlage bei den Bundestagswahlen um. Wenn der neue Parteivorsitzende Armin Laschet jetzt nicht seinen politischen Führungsanspruch gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel durchsetze, dann werde das im Herbst nichts, heißt es nach Informationen von ntv im Umfeld des Vizepräsidenten des CDU-Wirtschaftsrats, Friedrich Merz.

Nach Ansicht von Merz hätte ein Wechsel im Kanzleramt erfolgen müssen, als sie den CDU-Vorsitz niederlegte. Ihr Nachfolger hätte dann mit einem Amtsbonus in den Bundestagswahlkampf gehen können. Um ein Signal des Aufbruchs zu erzeugen, müsse Laschet nun dafür sorgen, dass es eine Kabinettsumbildung gebe, heißt es weiter aus Merz' Umfeld.

Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, Merz habe bei einer Videoschalte der CDU-Mittelstandsunion (MIT) scharfe Kritik am Zustand der CDU geübt. Der Parteispitze warf er demnach Führungsversagen vor. Über den Ausgang der von der CDU verlorenen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sagte Merz: "Schon die Ergebnisse am Sonntag waren nicht schön. Aber dass am Montag von der Parteispitze so gar keine Reaktion gekommen ist und alle so tun, als sei praktisch nichts passiert, das finde ich irritierend." Die CDU befinde sich sechs Monate vor der Bundestagswahl nicht ansatzweise vorbereitet, sei weder inhaltlich noch personell klar aufgestellt: "Wie soll das gehen? Wie soll das funktionieren?"

"Sonst war's das"

In der Schalte der MIT-Führung, an der rund 50 Personen teilnahmen, habe überwiegend "Fassungslosigkeit" über die aktuelle Lage der Union und die Passivität führender Christdemokraten geherrscht, so der "Spiegel" weiter. "Wir müssen zusehen, dass die Union jetzt eine Programmatik bekommt - sonst war's das", wird MIT-Chef Carsten Linnemann zitiert.

Auch andere Redner warfen demnach der Bundespartei und Laschet Planlosigkeit der Bundesregierung schwere Versäumnisse in der Pandemiebekämpfung vor. Von mehreren Rednern kam zudem der Ruf nach einer raschen Kabinettsumbildung. Einzelne Teilnehmer hätten gar den Rückzug der Kanzlerin gefordert, heißt es.

Die Union steckt zurzeit in der Krise. Neben den Ergebnissen der Landtagswahlen belastet vor allem die Maskenaffäre in der Bundestagsfraktion. Mitte der Woche lag die Zustimmung für die Union im RTL/ntv-Trendbarometer nur noch bei 29 Prozent, im Vergleich zur Vorwoche stürzt sie damit um vier Prozentpunkte abwärts.

Quelle: ntv.de, hek/fle/hvo

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.