Politik

Ein kleines Sorry und ein Aufruf Merz schreibt CDU-Mitgliedern

229107435.jpg

Die CDU könne auch in Zukunft auf ihn zählen, schreibt Merz in einem Brief an alle Parteimitglieder.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach seiner Niederlage auf dem digitalen Parteitag am Samstag schreibt Friedrich Merz in einem Brief an alle CDU-Mitglieder, er werde nun den neuen Parteichef unterstützen. "Irritationen", die er ausgelöst hatte, bedauert er.

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat sich in einem Brief an die Mitglieder seiner Partei gewandt und dazu aufgerufen, bei der laufenden Briefwahl "unseren Vorsitzenden Armin Laschet mit einem starken Votum auszustatten". Laschet hatte sich in einer Stichwahl beim digitalen Parteitag der CDU am Samstag gegen Merz durchgesetzt und wurde so zum CDU-Chef gewählt.

Aus rechtlichen Gründen muss diese Wahl allerdings noch in einer Briefwahl bestätigt werden, da das Parteiengesetz keine digitalen Personenwahlen zulässt. Laschet, Merz und der drittplatzierte Kandidat Norbert Röttgen hatten sich vor dem Parteitag darauf verständigt, dass zur Briefwahl nur der Sieger der digitalen Abstimmung antritt. Auf den Stimmzetteln für die 1001 Delegierten des Parteitags steht daher nur der Name von Armin Laschet sowie "Ja", "Nein" und "Enthaltung". In der CDU geht man davon aus, dass ein möglichst starkes Votum nach innen und außen als Signal des Zusammenhalts gewertet würde.

In dem Brief, der "abgestimmt mit unserem neuen Vorsitzenden" versandt wurde, dankte Merz seinen Unterstützern. "Sie haben mich in den vergangenen Monaten mit großer Leidenschaft getragen." Nun habe der Parteitag sich für Laschet entschieden. "Wir sollten Armin Laschet jetzt mit aller Kraft gemeinsam bei seiner verantwortungsvollen Aufgabe unterstützen." Ohne Geschlossenheit der Union drohe Deutschland "in rechten Populismus oder grün-linken Neo-Sozialismus abzurutschen".

Merz äußerte sich zudem zu seinem Vorstoß vom Samstag. Er hatte Laschet "angeboten", als Bundeswirtschaftsminister ins aktuelle Kabinett einzutreten - obwohl klar war, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen solchen Vorschlag nicht eingehen würde. Beobachter und CDU-Politiker rätselten später, was der Sinn dieses Schrittes gewesen sein könnte.

Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann, der wie Merz zum wirtschaftsliberalen Flügel der CDU gehört und diesen im parteiinternen Wahlkampf nachdrücklich unterstützt hatte, sagte ntv.de, er sei "mehr als irritiert" gewesen, als er am Samstag davon gehört habe. Ohne auf Einzelheiten einzugehen, schreibt Merz, er "bedaure sehr, dass in diesem Zusammenhang am Wochenende Irritationen um meine Person entstanden sind". Er fügte hinzu: "Lassen Sie es mich deutlich sagen: Auch ohne Amt werde ich mein Versprechen einlösen, für die Partei weiter engagiert zu arbeiten."

Mehr zum Thema

Merz schrieb, schon vor einem Jahr sei ihm "aus der Führung der CDU der Vorschlag" unterbreitet worden, "meine Mitarbeit sehr konkret einzubringen". Für diesen Gedanken sei er nach wie vor aufgeschlossen. Die CDU könne weiter auf ihn zählen.

Laschet hatte nach dem Parteitag bei ntv gesagt, er habe Merz gebeten, für das CDU-Präsidium zu kandidieren. "Er hat sich anders entschieden, das respektiere ich." Nun werde man über andere Formen nachdenken, "wie er weiter Rat geben kann", so Laschet.

Quelle: ntv.de, hvo