Politik

Wütende Proteste Mexiko-Stadt erlaubt Abtreibung

Trotz Kritik aus der katholischen Kirche hat Mexiko-Stadt Frauen ein Recht auf Abtreibung zugesprochen. Nach hitzigen Debatten stimmten am Dienstag 46 zu 19 Abgeordnete dafür, dass Frauen in der mexikanischen Hauptstadt fortan eine Schwangerschaft in den ersten drei Monaten abbrechen dürfen. Vor dem Gebäude hielten Sondereinsatzkräfte der Polizei die teils wütenden Anhänger der Konfliktparteien auseinander. Abtreibungsgegner spielten über Tonbänder die Schreie von Kleinkindern ab und hielten weiße Miniatursärge in die Luft.

Der Vorstoß dürfte Mexikos tief katholische Gesellschaft weiter spalten: Umfragen zeigen, dass sich Befürworter und Gegner in etwa gleich großen Gruppen gegenüberstehen. In die politische Debatte hat sich auch wiederholt die katholische Kirche eingemischt. In der vergangenen Woche rief Papst Benedikt XVI. die Bischöfe in einem Brief auf, gegen die Erlaubnis von Abtreibungen in der Hauptstadt mobil zu machen. Von den etwa 107 Millionen Mexikanern bezeichnen sich rund 90 Prozent als Katholiken.

Das Thema ist aber auch über die Grenze von Mexiko hinaus äußerst umstritten in Lateinamerika. Abtreibungen sind fast auf dem gesamten Kontinent immer noch offiziell verboten. Neben der mexikanischen Hauptstadt ist der Schwangerschaftsabbruch nur noch in Kuba, Guyana und Puerto Rico erlaubt.

Quelle: ntv.de