Politik

Gipfel zur Arbeitslosigkeit Millionen Jugendliche schauen nach Mailand

In Spanien und Griechenland kommt die Wirtschaft wieder langsam in Gang, doch an einem der größten Probleme ändert sich nichts: der Jugendarbeitslosigkeit. Sie ist noch immer astronomisch hoch – nun soll ein Gipfeltreffen in Mailand Auswege aufzeigen.

Fast 25 Millionen Männer und Frauen in der EU haben keinen Job - darunter fünf Millionen Jugendliche. Die EU fürchtet eine "verlorene Generation" und sucht in Mailand bei einem Beschäftigungsgipfel erneut nach Strategien gegen die Arbeitslosigkeit. Dass die eintägige Konferenz in Italien stattfindet, ist kein Zufall: In dem südeuropäischen Land haben 44 Prozent der jungen Leute unter 25 Jahren keine Arbeit. Schlimmer ist in den 28 EU-Ländern nur die Lage in Spanien und Griechenland, wo mehr als jeder zweite der Jugendlichen arbeitslos ist.

Regierungschef Matteo Renzi kündigte an, das Treffen für eine "politische Debatte über die Wirtschaftslage" in Europa zu nutzen. Er will mit mehr Investitionen die Wirtschaft ankurbeln - doch eine solche Debatte will Angela Merkel nicht führen. Die Kanzlerin wolle lieber die bisherigen Fortschritte seit den Vorgängerkonferenzen in Berlin und Paris bewerten, hieß es aus Regierungskreisen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zog schon einmal eine gemischte Bilanz. Zwar sei wirklich etwas in Bewegung gekommen, sagte sie. "Aber zugegeben: Wir stehen am Anfang und die Mühlen mahlen langsam."

"Meine Erfahrung ist, dass es falsch ist, Geld auf ungelöste Probleme zu werfen", sagte Deutschlands oberster Arbeitsvermittler, BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Es ist besser, dass man gute Konzepte vorlegt: Was hilft in Finnland, was hilft in Italien, was hilft in Deutschland, um die Situation zu verbessern." Gute Konzepte sollten dann belohnt werden, "indem man dort Geld hingibt".

Hilfstöpfe kaum angezapft

In Berlin ist man nicht besonders zufrieden damit, wie die Mitgliedsstaaten die bereits beschlossenen europäischen Programme gegen die Jugendarbeitslosigkeit umsetzen. Sechs Milliarden Euro stehen etwa für eine Beschäftigungsinitiative bereit, mit denen Programme in Regionen gefördert werden, in denen die Jugendarbeitslosigkeit mehr als 25 Prozent beträgt. Hier haben 20 Länder Bedarf angemeldet - bewilligt wurden jedoch erst die Anträge aus Frankreich, Italien und Litauen.

Unterstützung für die Forderung nach mehr Investitionen kommt vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). "Wir haben riesige Investitionsbedarfe überall in Europa, insbesondere in den südeuropäischen Krisenstaaten", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann im Deutschlandfunk. "Hier brauchen wir ein engagiertes Investitionsprogramm, mit dem Wachstum und dann auch Beschäftigung angekurbelt werden kann.

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Quelle: n-tv.de, vpe/AFP/dpa

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