Politik

Lähmungserscheinung im Bein Nawalny-Vertrauter: Um Gesundheit besorgt

Nawalnys Gesundheitszustand im Straflager besorgt sein Umfeld.

Nawalnys Gesundheitszustand im Straflager besorgt sein Umfeld.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Nawalny leide an starken Schmerzen, werde aber nicht richtig behandelt. Das berichten sowohl ein enger Vertrauter als auch die Anwälte des Kremlgegners. Besonders besorgt zeigte sich sein Umfeld, da den Anwälten erstmals ein Besuch im Straflager verwehrt worden sei.

Der Zustand des im Straflager inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny hat sich nach Angaben seines Vertrauten Leonid Wolkow sowie seiner Anwälte deutlich verschlechtert. "Seit Ende voriger Woche leidet er an starken Schmerzen im Rücken", teilte Wolkow mit. Der 44-Jährige habe darüber geklagt, dass er Lähmungserscheinungen in einem Bein habe und nicht mehr auftreten könne. Wie Olga Michailowa - Nawalnys rechtlicher Beistand berichtet - sei Nawalny daraufhin von einem Neurologen untersucht worden. Der Arzt habe ihm jedoch nur ein Schmerzmittel gegeben, sich aber nicht zur Ursache der Beschwerden geäußert. "Das war die ganze Behandlung", sagte Michailowa.

Der Oppositionelle sei der "persönliche Gefangene, die persönliche Geisel von Wladimir Putin; eines gefährlichen, verrückten Mörders", schrieb Wolkow bei Twitter. Zuletzt hatte auch US-Präsident Joe Biden zum Entsetzen des Kreml die Frage bejaht, ob er den russischen Präsidenten für einen "Killer" halte. "Wladimir Putin trägt die persönliche Verantwortung für das Leben und den Gesundheitszustand von Alexej Nawalny in der Folterkolonie in Pokrow", meinte Wolkow.

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Der leitende Mitarbeiter des Nawalny-Teams und die Ehefrau des Oppositionsführers, Julia Nawalnaja, beklagten, dass das Straflager die Anwälte erstmals nicht zu einem vereinbarten Termin mit dem Politiker vorgelassen habe. Den Anwälten Michailowa und Wadim Kobsew sei die Absage mit anderen Maßnahmen im Lager begründet worden. Wolkow sagte, dass auf diese Weise womöglich ein Aufenthalt Nawalnys im Gefängniskrankenhaus vertuscht werden solle und zeigte sich äußerst besorgt.

Nach einem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok wurde Nawalny in Deutschland behandelt. Bei seiner Rückkehr am 17. Januar wurde er am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen. Kurz darauf verurteilte ihn ein Gericht in Moskau zu Haft im Straflager. Der Grund: Er soll während seines Aufenthalts in Deutschland gegen Meldeauflagen bei russischen Behörden in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben. Die zuletzt auf rund zweieinhalb Jahre bemessene Haft sitzt er inzwischen in der Strafkolonie in dem Ort Pokrow im Gebiet Wladimir rund 100 Kilometer östlich von Moskau ab. Nawalny sieht die Haft als Rache Putins dafür, dass er den Anschlag mit dem chemischen Kampfstoff überlebte. Die EU und die USA haben gegen Russland Sanktionen verhängt und die Freilassung Nawalnys gefordert.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa/AFP

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