Politik

Das Ende eines blutigen Konflikts PKK zieht Kämpfer aus Türkei ab

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Ein türkischer Armeehubschrauber im Grenzgebiet zum Irak.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Mehr als 40.000 Menschen starben in den vergangenen Jahrzehnten im Kurdenkonflikt. Nun geht der erbitterte Kampf zu Ende: Bewaffnete Mitglieder der verbotenen PKK verlassen die Türkei.

Es ist eine entscheidende Wegmarke bei den Bemühungen um ein Ende des jahrzehntelangen Kurdenkonfliktes: Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zieht ihre etwa 2000 Kämpfer aus der Türkei ab. "Wir wissen, dass der Abzug begonnen hat", sagte der Chef der legalen Kurdenpartei BDP, Selahattin Demirtas.

Demirtas hatte am Vortag erklärt, der Abzug der PKK-Mitglieder werde etwa drei bis vier Monate dauern. Die PKK selbst rechnet damit, dass die ersten ihrer Kämpfer in etwa einer Woche irakisches Gebiet erreichen werden. Die Kurdenrebellen wollen den Abzug aber sofort stoppen, falls sie angegriffen werden. Sie hatten in den vergangenen Tagen über Aufklärungsflüge der türkischen Luftwaffe berichtet. Die türkische Regierung hatte den abziehenden PKK-Kämpfern freies Geleit zugesichert.

Der Abzug ist Resultat der Friedensverhandlungen, bei denen der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan und der türkische Geheimdienst MIT seit Dezember über Wege zur Beendigung des Kurdenkonflikts sprechen. Die türkische Regierung strebt nach dem Abzug der PKK eine Entwaffnung der Kurdenkämpfer an.

Unklar ist bisher, welche politischen Zugeständnisse den Kurden im Gegenzug gemacht werden sollen. Die PKK und die BDP fordern die Verankerung politischer und kultureller Rechte der etwa 13 Millionen türkischen Kurden in einer neuen Verfassung für das Land. Dem Kurdenkonflikt, der 1984 begann, fielen mehr als 40.000 Menschen zum Opfer.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP