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Schwierige Kaukasusreise: Papst Franziskus fliegt von Georgien nach Aserbaidschan.
Schwierige Kaukasusreise: Papst Franziskus fliegt von Georgien nach Aserbaidschan.(Foto: dpa)
Sonntag, 02. Oktober 2016

Erinnerung an verfolgte Christen: Papst Franziskus betritt schwieriges Pflaster

Zum zweiten Mal in drei Monaten besucht Papst Franziskus den konfliktreichen Kaukasus. In Georgien kommt sein Besuch nicht gut an, in Aserbaidschan besucht er ein Land fast ohne Christen. Trotzdem erinnert er in Baku an ihr Leiden.

Papst Franziskus hat in der früheren sowjetischen Teilrepublik Aserbaidschan an die Verfolgung von Christen in der 1991 aufgelösten Sowjetunion erinnert. "Hier hat der Glaube nach den Jahren der Verfolgung Wunder gewirkt", sagte er beim traditionellen Angelus-Gebet, das er an diesem Sonntag in einer kleinen Kirche in Baku zelebrierte.

Franziskus war am Morgen aus Georgien kommend in Baku eingetroffen. Am Nachmittag gab es ein Treffen mit Staatspräsident Ilham Aliyev, bei dem auch ein Friedensappell des Pontifex erwartet wurde. "Wie es innerhalb der Grenzen einer Nation geboten ist, die Harmonie zwischen ihren verschiedenen Komponenten zu fördern, so ist es auch zwischen den Staaten notwendig, klug und mutig auf dem Weg voranzuschreiten, der zum wahren Fortschritt und zur Freiheit der Völker führt", stand in dem vorab verbreiteten Redetext.

Seit rund einem Vierteljahrhundert gibt es zwischen dem muslimischen Aserbaidschan und dem christlichen Armenien einen Konflikt um die Region Berg-Karabach, die völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört, aber von Armenien kontrolliert wird. Die Nachbarrepublik hatte Franziskus Ende Juni besucht.

Orthodoxe zeigen Papst die kalte Schulter

Der aserbaidschanische Regierungskritiker Rasul Jafarov rief Papst Franziskus auf, auch die Menschenrechtsverletzungen in der Südkaukasusrepublik anzusprechen. "Ich hoffe, der Papst erhört die Appelle internationaler Bürgerrechtsorganisationen und setzt sich für eine Freilassung politischer Gefangener ein", sagte er.

Am Freitag und Samstag hatte der Papst Georgien besucht, wo er mit deutlichen Vorbehalten der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche gegenüber Rom konfrontiert war. So sagte die Kirchenführung am Samstag ihre Teilnahme an der Papstmesse im Micheil-Meschi-Stadion in Tiflis ab. Im Station waren nur rund 3000 von 27.000 Plätzen besetzt. Bei einem anschließenden Treffen mit georgischen Katholiken sprach sich der Papst gegen jeden Versuch aus, Orthodoxe zu bekehren.

Quelle: n-tv.de