Politik

Bei Weltkriegsgedenken Pence pocht auf Nato-Versprechen

AP_19244428547084.jpg

"Europa braucht Partner", sagt Mike Pence.

(Foto: AP)

Weil sich der Beginn des Zweiten Weltkriegs jährt, reist US-Vizepräsident Mike Pence nach Warschau. Dort lobt er nicht nur den polnischen Widerstand, sondern fordert von den Nato-Verbündeten auch, was schon länger ein Thema in Deutschland ist.

US-Vizepräsident Mike Pence hat Verbündete wie Deutschland indirekt dazu aufgerufen, ihren Nato-Verpflichtungen nachzukommen. "Amerika und Polen werden mit all unseren Verbündeten zur gemeinsamen Verteidigung zusammenstehen", sagte Pence beim Weltkriegsgedenken in Warschau.

"Amerika und Polen werden unsere Alliierten auch weiterhin aufrufen, die Versprechen zu erfüllen, die wir uns gegenseitig gegeben haben." Eine starke Allianz freier und souveräner Nationen sei "die beste Verteidigung unserer Freiheiten". Pence vertrat US-Präsident Donald Trump, der seine Polen-Reise wegen des Hurrikans "Dorian" kurzfristig abgesagt hatte.

*Datenschutz

Trump wirft besonders Deutschland immer wieder vor, den selbst auferlegten Nato-Verpflichtungen nicht nachzukommen und zu wenig Geld für Verteidigung auszugeben. Mehrfach hat der US-Präsident in diesem Zusammenhang dagegen Polen gelobt. Unter Trump haben sich die Beziehungen Washingtons zu Berlin deutlich verschlechtert. Zur Regierung in Warschau pflegt Trump dagegen ein sehr gutes Verhältnis.

Unmittelbar vor der Ansprache von Pence hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Bewahrung der transatlantischen Partnerschaft aufgerufen. "Europa braucht Partner. Und ich bin sicher, auch Amerika braucht Partner in dieser Welt", sagte er. "Lasst uns diese Partnerschaft pflegen. Lasst uns den Anspruch bewahren, dass der Westen mehr ist als eine Himmelsrichtung."

Juncker: "Europa, das ist Frieden."

*Datenschutz

Pence würdigte in seiner Ansprache den Widerstandsgeist der Polen, den weder die Nazi-Herrschaft noch das darauffolgende kommunistische Regime hätten besiegen können. "Ihre Unterdrücker haben versucht, Sie zu brechen. Aber Polen konnte nicht gebrochen werden", sagte Pence unter Applaus. "Amerika hat die Freiheit und Unabhängigkeit des polnischen Volkes nie abgeschrieben und wird das nie tun."

Zum Jahrestag des Kriegsbeginns betonten auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und seine designierte Nachfolgerin Ursula von der Leyen den Wert eines geeinten Europas. "Heute werde ich daran erinnert, wie dankbar ich dafür bin, auf einem friedlichen Kontinent zu leben", schrieb Juncker auf Twitter. "Europa, das ist Frieden." Von der Leyen schrieb: "Wir sollten uns gemeinsam erinnern, persönlich daraus lernen und zusammen für die Zukunft handeln. Für Frieden. Für Würde. Für Menschlichkeit. Das ist unsere Pflicht. Für immer."

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

Mehr zum Thema