Kampfjet-Übergabe in TexasPistorius sieht F-35 als Beginn einer neuen Ära für die Luftwaffe

Insgesamt 35 Kampfjets vom Typ F-35 hat Deutschland in den USA bestellt. Nun nimmt Verteidigungsminister Pistorius die erste Maschine für die Luftwaffe in Empfang. Der SPD-Politiker lobt das Flugzeug und spricht von einer neuen Ära.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat im US-Bundesstaat Texas den ersten Kampfjet vom Typ F-35 für die deutsche Luftwaffe in Empfang genommen. Das Rüstungsunternehmen Lockheed Martin erklärte nach der Übergabe am Firmensitz in Fort Worth, dies sei ein "Meilenstein für Deutschland" wie auch für die Nato insgesamt. Pistorius sprach demnach von einer "neuen Ära für die Luftwaffe".
"Der neue Kampfjet F-35A ist das weltweit modernste Kampfflugzeug", sagte Pistorius laut der Erklärung weiter. Es zeichne sich unter anderem durch seine Tarnkappen-Fähigkeiten und seine außerordentlich leistungsfähige Sensortechnologie aus. Zuvor hatte der Verteidigungsminister Befürchtungen zurückgewiesen, durch den F-35-Kauf mache sich Deutschland abhängig von den USA. Es gehe um ein "Gleichgewicht", sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Washington zum Auftakt seiner USA-Reise. "Wir brauchen einander in bestimmten Verteidigungsbereichen."
Die ersten acht von insgesamt 35 bestellten F-35-Kampfjets für die deutsche Luftwaffe bleiben zunächst in den USA, wo deutsche Piloten und Techniker an ihnen ausgebildet werden. Ab 2027 sollen dann die ersten Maschinen auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel in Rheinland-Pfalz stationiert werden. Sie lösen Tornados der Luftwaffe ab. Zum Auftakt seiner Reise hatte Pistorius am Dienstag bei Washington eine Rüstungsvereinbarung mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth unterzeichnet.
F-35 kann auch Atomwaffen transportieren
Die Entwicklung der F-35 war das teuerste Rüstungsprogramm in der Geschichte der USA. Wegen ihrer speziellen Form und Außenbeschichtung sind die Maschinen für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. Und sie sind immens teuer - sowohl in der Anschaffung als auch in der Wartung. Allein die reinen Produktionskosten für eine Maschine liegen je nach Modell zwischen 82,5 und 109 Millionen Dollar (71,5 bis 95 Millionen Euro). Trotzdem haben bereits 19 Länder den Flieger bestellt. Zu ihnen zählen neben Deutschland unter anderem Großbritannien, Israel, die Niederlande und die Schweiz.
Lockheed Martin preist sein Produkt mit starken Worten: Der F-35-Jet sei "das tödlichste und widerstandsfähigste Kampfflugzeug der Welt", heißt es auf der Website des Herstellers. "Er verschafft Piloten einen Vorteil gegenüber jedem Gegner und ermöglicht es ihnen, ihren Auftrag zu erfüllen und sicher zurückzukehren."
Dem Konzern zufolge wurden bereits mehr als 1350 Maschinen ausgeliefert. Sie fliegen mit 1,6-facher Schallgeschwindigkeit und können mehr als acht Tonnen an Waffen transportieren - auch Atomwaffen. Infrarotkameras an der Außenhülle nehmen im Flug die Umgebung auf. Und sie übertragen die Bilder direkt in den Helm des Piloten, der dadurch einen 360-Grad-Blick bekommt. In den USA ist der Jet ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Maschine sichert laut Lockheed Martin direkt und indirekt 317.000 Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten, rund 1900 heimische Zulieferer seien eingebunden.

