Politik

Neujahrsbrief mit Erinnerungen Putin umgarnt Merkel und Steinmeier

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Putin und Merkel kennen sich seit vielen Jahren - nun hat die Kanzlerin mal wieder Post vom russischen Präsidenten bekommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Zweite Weltkrieg war der Tiefpunkt der Beziehungen Deutscher und Russen - dessen Ende will Präsident Putin nun nutzen, um beide Länder wieder anzunähern. Deutschland und Russland sollten enger zusammenarbeiten.

Die Feiern zum 75. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland bieten nach Auffassung des russischen Präsidenten Wladimir Putin die Chance, die Beziehungen zu Berlin zu verbessern. Er sei zuversichtlich, dass das Jubiläumsjahr 2020 dazu beitrage, dass beide Länder künftig bei dringenden Fragen enger zusammenarbeiteten, sagte Putin dem Kreml zufolge. Das betreffe Belange zwischen Russland und Deutschland, aber auch internationale Angelegenheiten.

Putin äußerte sich in einem Schreiben zum Jahreswechsel an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Darin erinnerte er an Projekte beider Länder, unter anderem Partnerschaften in den Bereichen Forschung und Bildung. Den 75. Jahrestag des Sieges will Putin am 9. Mai 2020 mit Staats- und Regierungschefs aus aller Welt bei der größten Militärparade der russischen Geschichte in Moskau feiern. Das Land erinnert jedes Jahr seit 1945 an den Sieg im "Großen Vaterländischen Krieg" mit rund 27 Millionen Toten aufseiten der damaligen Sowjetunion.

Zuletzt sorgten die Ermittlungen zum Mord an einem Georgier in Berlin für diplomatische Verstimmungen zwischen Deutschland und Russland. Berlin hatte Moskau fehlende Kooperation in dem Fall vorgeworfen und zwei russische Diplomaten ausgewiesen. Im Gegenzug verfügte Moskau, dass zwei deutsche Diplomaten Russland verlassen müssen. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland gestalteten sich in den vergangenen Jahren als schwierig. So wächst bei Unternehmen und Politikern die Furcht vor Hackerangriffen, hinzu kommt der weiter schwelende Streit um die Annexion der Krim und der Konflikt in der Ukraine.

Gewissermaßen in einem Boot sitzen Deutschland und Russland dagegen beim Ostsee-Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Nachdem es den USA gelungen war, die Fertigstellung der Gasleitung mit Hilfe von Sanktionen vorerst zu stoppen, hatte Putin und Merkel sich am Sonntag in einem Telefonat darauf verständigt, das Pipeline-Projekt weiterhin zu unterstützen. Hinter diesem steht der russische Staatskonzern Gazprom, der die Hälfte der geplanten Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro stemmen soll. Die andere Hälfte finanzieren die europäischen Energieunternehmen Wintershall Dea, OMV, Uniper, Royal Dutch Shell und Engie.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/rts

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