Politik

Das "Risiko" eingehen Ramelow will komplette Öffnung im Herbst

Die Neuinfektionen gehen zurück, immer mehr Menschen sind gegen Covid-19 geimpft. Laut Bodo Ramelow sollte Deutschland schon bald die Rückkehr zur Normalität wagen. Auch zu denen, die sich nicht impfen lassen wollen, äußert sich der thüringische Ministerpräsident.

Die fortschreitende Impfkampagne in Deutschland macht Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow Hoffnung. Im Interview mit der "Rheinischen Post" sprach sich der Linke-Politiker dafür aus, die Corona-Regeln im Herbst komplett zu lockern. "Ich glaube, wir können das Risiko der kompletten Öffnung im Herbst eingehen", sagte Ramelow. Die Widerstandskraft sei durch den Impfstoff in diesem Jahr höher. Er wisse aber auch, dass sich 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung nicht impfen lassen werden. "Die müssen das Risiko dann selbst tragen und verantworten", sagte er.

Im Gespräch mit ntv mahnte zuletzt der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, beim Impfen nicht nachlässig zu werden. "Um dauerhaft Ruhe vor dem Virus zu haben, brauchen wir eine Impfquote in der Dimension von 80 Prozent der Bevölkerung", sagte er. Andernfalls müssten im Herbst wieder Lockdown-Maßnahmen eingeführt werden.

Auch der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité warnte jüngst im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" vor Nachlässigkeit. Als Beispiel nannte er, dass sich Menschen etwa ihre Zweitimpfung nicht abholten. "Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein", sagte Drosten.

Nach Angaben Ramelows sind in Thüringen wahrscheinlich zwei Menschen infolge einer Covid-Impfung gestorben. Er bedauere das sehr, die Angehörigen erhielten Unterstützung, sagte Ramelow. "Aber bei zwei zu einer Million sind die Risiken abschätzbar und erklärbar", fügte er hinzu. "Normalität heißt, mit Risiken zu leben."

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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