Politik

Keine Mehrheit für Rot-Rot-Grün Ramelows Linke legt in Thüringen weiter zu

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Landesvater Ramelow ist zumeist zur Stelle, wenn im Freistaat etwas gar oder reif ist. So handhabte es auch schon seine Amtsvorgängerin Christine Lieberknecht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es ist die bundesweit erste Koalition unter Führung der Linkspartei. Und deren Fortbestand wackelt. In der jüngsten Umfrage hat die Landesregierung von Thüringen keine Mehrheit. Vor allem die Grünen lassen Federn.

Gut sechs Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen legt die Linke weiter zu. Wegen der Schwäche der Grünen und der SPD hätte die rot-rot-grüne Koalition unter Ministerpräsident Bodo Ramelow derzeit allerdings keine Mehrheit mehr, wie aus dem Thüringentrend im Auftrag des MDR hervorgeht. Demnach kommen die Linke auf 28, die SPD auf 7 und die Grünen auf 8 Prozent.

Zweitstärkste Kraft im Freistaat ist derzeit die AfD mit 25 Prozent. Auf die CDU entfielen 22 Prozent. Die FDP muss mit 5 Prozent um den Wiedereinzug in den Erfurter Landtag bangen. Im Vergleich zur Erhebung im Juli legt die Linke drei Punkte zu. Die Grünen verlieren drei Punkte. Die SPD gibt einen Punkt nach. AfD und CDU verbessern sich um jeweils einen Zähler.

Hohe Werte sammelt die Koalition derweil bei der Frage nach der Beliebtheit des Personals sowie der allgemeinen Zufriedenheit der Arbeit ein. So geben fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) an, mit der Arbeit von Ramelow zufrieden zu sein. Über Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sagt dies gut jeder zweite (51 Prozent). 40 Prozent sind mit der Arbeit von CDU-Chef Mike Mohring einverstanden. Während der Wert für AfD-Landeschef Björn Höcke bei 17 Prozent und damit unter dem Wahlergebnis seiner Partei liegt, kommt FDP-Spitzenkandidat Thomas L Kemmerich mit 12 Prozent besser an als seine Partei.

Mit 56 Prozent ist zudem eine Mehrheit der Thüringer mit der Arbeit der Landesregierung insgesamt zufrieden. Hoch ist die Zustimmung vor allem bei Anhängern von Linke (88 Prozent) und Grünen (86 Prozent), wie es weiter heißt. Als dringlichste Aufgaben sehen die Wähler die Themenbereiche Bildung sowie Flüchtlingspolitik gefolgt von Infrastruktur und Umweltschutz.

In Thüringen wird am 27. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Nach den desaströsen Ergebnissen der Linke in Brandenburg und Sachsen, wo die Partei jeweils die höchsten Einbußen aller Wettbewerber einstecken musste, ruhen die Hoffnungen im Karl-Liebknecht-Haus nun auf dem 63-jährigen Ramelow. Bis zum Wahltag hat sich die Parteispitze zudem Ruhe bei der Aufarbeitung der Ergebnisse der vorhergehenden Wahlen verordnet. Dann aber dürfte der Konflikt zwischen Parteiführung und Fraktion an Schärfe gewinnen.

Quelle: n-tv.de, jwu

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