Politik

Frieden für Kolumbien Regierung und Farc vereinbaren Waffenruhe

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Bereits vor einem Jahr hatten die Farc einen einseitigen Waffenstillstand verkündet.

(Foto: AP)

Seit mehr als 50 Jahren kämpfen die Revolutionen Streitkräfte Kolumbien - kurz Farc - einen blutigen Kampf gegen den kolumbianischen Staat. Hunderttausende sterben, Millionen verlieren ihre Heimat - jetzt ist ein Waffenstillstand geschlossen.

Die kolumbianische Regierung und die Guerillaorganisation Farc haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf einen endgültigen Waffenstillstand verständigt. Beide Parteien hätten sich darauf geeinigt, dass die Rebellen die Waffen niederlegen und ihre Sicherheit gewährleistet wird, teilten die Unterhändler in der kubanischen Hauptstadt Havanna mit.

Der Waffenstillstand gilt als Voraussetzung für einen Friedensvertrag, über den beide Seiten seit Ende 2012 verhandeln. Im Bürgerkrieg zwischen linken Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und dem Militär starben in Kolumbien seit Anfang der 1960er Jahre rund 220.000 Menschen; 6,6 Millionen wurden vertrieben.

"Im Namen der zahllosen Opfer. Nicht mehr Tote und Schrecken für das Vaterland. Heute ist der letzte Tag des Krieges", schrieben die Unterhändler der Farc auf Twitter. Carlos Lozada vom Führungsgremium der Farc schrieb: "Wir haben unsere Pflicht erfüllt."

Zeremonie in Havanna

Am Donnerstag sollten Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos und Farc-Kommandeur Rodrigo Londoño alias "Timochenko" das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnen. Zu der Zeremonie in Havanna werden zudem UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon sowie Vertreter der Garantiemächte Kuba und Norwegen erwartet.

Die Farc hatten bereits vor einem knappen Jahr einen einseitigen Waffenstillstand verkündet. Die kolumbianischen Streitkräfte stellten daraufhin ihre Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen ein. Die Intensität des Konflikts ließ dadurch spürbar nach. Nun soll auch der Friedensvertrag zur Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkriegs zügig unterzeichnet werden.

Die Unterhändler einigten sich bereits auf eine Übergangsjustiz, landwirtschaftliche Entwicklungsprogramme in den Hochburgen der Rebellen sowie die politische Partizipation der Guerilla. Präsident Santos sagte zuletzt, die Verhandlungen könnten bis zum kolumbianischen Unabhängigkeitstag am 20. Juli abgeschlossen sein.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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