Politik

Dutzende Tote bei Protesten in Syrien Regime schießt weiter scharf

Allen internationalen Protesten und Sanktionen zum Trotz: Syrische Sicherheitskräfte gehen weiterhin brutal gegen Demonstranten vor. Bei Protesten nach den Freitagsgebeten werden nach Angaben von Menschenrechtlern wieder Dutzende Menschen getötet.

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Bilder des Fernsehsenders Al Arabiya sollen Proteste in Syrien zeigen.

(Foto: dpa)

Bei Demonstrationen in Syrien haben Sicherheitskräfte nach Angaben von Menschenrechtlern am Freitag mindestens 44 Menschen getötet. Die meisten Todesopfer habe es in der westlichen Provinz Idlib gegeben, sagte Menschenrechtsaktivist Ammar Kurabi. Dort seien am Freitag Panzer gegen die Demonstranten eingesetzt worden. Die syrischen Behörden setzten weiterhin "exzessive Gewalt" und scharfe Munition gegen die Protestbewegungen in zahlreichen Landesteilen ein, sagte Kurabi.

Viele Opfer gab es der Gruppe Syrian Observatory for Human Rights zufolge auch in den Städten Homs und Maaret al-Numan. Die Anwältin Rasan Saituna berichtete, auch in das südlich von Aleppo gelegene Maarat al-Numan seien Panzer eingerückt. "Das Töten muss aufhören", forderte Observatory-Chef Rami Abdelrahman. "Es müssen unabhängige Beobachter ins Land gelassen werden."

Die amtliche Nachrichtenagentur Sana machte bewaffnete Gruppen für den Tod von 17 Zivilisten, Polizisten und anderen Sicherheitskräften verantwortlich. Die Täter hätten die Anweisung der Regierung an die Polizeikräfte, das Leben von Zivilisten zu schonen, für ihre Ziele missbraucht.

Auch Proteste in Aleppo und Damaskus

Die syrische Protestbewegung hatte für Freitag zu neuen Protesten für die Freiheit und die nationale Einheit aufgerufen. Tausende Männer, Frauen und Kinder gingen daraufhin in verschiedenen Städten des Landes auf die Straße. Die Proteste erreichten nach Angaben von Augenzeugen auch Gegenden nahe der größten Städte Aleppo und Damaskus, die bislang weitgehend ruhig waren.

Die syrische Führung geht seit Wochen mit Gewalt gegen Demonstranten vor und ignoriert Aufforderungen der internationalen Gemeinschaft, die Protestbewegung nicht länger brutal zu unterdrücken. Menschenrechtsaktivisten und der UNO zufolge kamen seit dem 15. März mindestens 850 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften ums Leben, mehr als 8000 Menschen wurden festgenommen. Laut UN-Flüchtlingskommissariat flohen zudem bislang etwa 4000 Menschen in den benachbarten Libanon.

Quelle: ntv.de, AFP/rts