Politik

"Im Prinzip" verhandlungsbereitRussland fegt Vorschläge der USA für ein Kriegsende vom Tisch

21.10.2026, 16:33 Uhr
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Schon kurz nach dem Treffen von US-Diplomat Steve Witkoff und Russlands Präsident Wladimir Putin lehnte der Kreml die übermittelten Ideen für ein Ende der Kämpfe ab. (Foto: AFP)

Alle Gespräche mit Russland über einen Waffenstillstand oder gar Frieden sind in den vergangenen Jahren an Moskaus Beharren auf Maximalforderungen gescheitert. Nun könnte es bald eine weitere Runde geben. Dass der Kreml zu Kompromissen bereit ist, ist aber nach wie vor nicht erkennbar.

Russland hat sich nach einem Treffen von Präsident Wladimir Putin mit dem US-Gesandten Steve Witkoff ablehnend über Vorschläge für ein Ende des Ukraine-Kriegs gezeigt, zugleich aber Bereitschaft zu neuen Dreiergesprächen mit Washington und Kiew gezeigt. Kreml-Berater Juri Uschakow sagte, von Witkoff übermittelte Vorschläge der Europäer und der Ukraine würden "nicht viel Substanz enthalten".

Moskau sei aber "im Prinzip" bereit, Mitte November Verhandlungen mit der Ukraine und den USA wieder aufzunehmen, sagte Uschakow, der diplomatische Berater des Kreml. "Wir fassen Abu Dhabi ins Auge". Hauptthema wäre der Aufbau von Sicherheit "nach einem Ende des Konflikts".

Dem Kreml zufolge laufen außerdem Vorbereitungen für ein Dreiertreffen zwischen Putin, US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Ziel sei es, ein solches Treffen am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) am 18. und 19. November im chinesischen Shenzhen abzuhalten, sagte Uschakow.

Putin lügt über Situation an der Front

Der US-Sondergesandte Witkoff hatte am Dienstag in Oslo den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen getroffen. Am Mittwoch sprach Witkoff dann in St. Petersburg mit dem russischen Präsidenten Putin. Er überbrachte dabei nach eigenen Angaben "Ideen" für ein Ende des Ukraine-Kriegs.

Zugleich nutzte Putin die Gelegenheit, dem Amerikaner Lügen über die Situation an der Front zu erzählen. Laut Kreml-Sprachrohr Tass behauptete der russische Machthaber gegenüber Witkoff, dass die strategische Initiative in der Ukraine vollständig bei den russischen Streitkräften liege. "Es wurde darauf hingewiesen, dass sie in allen Hauptrichtungen unaufhörlich vorrücken", sagte Uschakow.

Tatsächlich verliert Russland mittlerweile etwas mehr Territorium in der Ukraine als es erobert. Zuletzt sorgte die erfolgreiche ukrainische Operation Vivaldi für Aufsehen. Ob Putin davon weiß oder ob er von seinen Generälen falsch informiert wird, weil diese möglicherweise Konsequenzen fürchten, ist nicht bekannt.

Quelle: ntv.de, rog/AFP

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