Politik

USA sehen Europa als "Heuchler"Russland rechnet der EU ihre milliardenschweren Energie-Importe vor

13.10.2026, 03:49 Uhr
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Bei den EU-Sanktionen für russisches Öl gelten zahlreiche Ausnahmen, etwa in Ungarn oder der Slowakei. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Im Streit um den Diesel-Deal zwischen Trump und Putin verweist Brüssel auf das eigene harte Sanktionsregime. Ein Dossier aus Moskau beziffert nun, dass EU-Mitgliedsstaaten seit Kriegsbeginn für 286 Milliarden Euro russisches Öl und Gas gekauft haben.

Trotz der gegen Russland verhängten Sanktionen hat das Land nach eigenen Angaben seit 2022 Erdöl und Erdgas im Wert von mehr als 320 Milliarden US-Dollar an EU-Länder verkauft. "Diese Zahl beläuft sich für den Zeitraum von 2022 bis heute auf 320,7 Milliarden US-Dollar (etwa 286 Milliarden Euro)", sagte der für Energie zuständige russische Vizeregierungschef Alexander Nowak im Fernsehen. 

Seinen Angaben zufolge haben die europäischen Länder allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres russisches Öl und Gas im Wert von 21,3 Milliarden Dollar gekauft. "Mit anderen Worten: Trotz der sanktionsbedingten Einschränkungen liefern wir weiterhin Energieressourcen in bestimmten Bereichen, für die Ausnahmen gewährt wurden." 

Die EU hat seit Beginn der groß angelegten russischen Offensive in der Ukraine zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt, doch viele Länder, darunter Frankreich, decken ihren Bedarf weiterhin mit russischer Energie, insbesondere mit Flüssigerdgas (LNG). Mehrere Staaten, darunter die Slowakei und Ungarn, profitieren zudem von einer Ausnahmeregelung, die ihnen den Kauf von über Pipelines transportiertem russischem Öl erlaubt. 

Indirekte Lieferungen kommen noch hinzu

In der Berechnung sind russisches Öl und Gas nicht berücksichtigt, das auf indirektem Weg nach Europa gelangt, nachdem es in Drittländern wie Indien und der Türkei verarbeitet wurde. Diese Länder, ebenso wie China, haben seit 2022 ihre Käufe von russischem Rohöl massiv ausgeweitet. 

US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Sonntag die "Heuchelei" der Europäer kritisiert, die "weiterhin Wladimir Putin finanzieren", während sie "vorgeben, dass wir keine Atempause beim Dieselpreis erhalten können". US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine Vereinbarung mit dem russischen Präsidenten Wladmir Putin zum Kauf von Diesel verkündet. 

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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