Politik

Kampfprämien nicht gezahlt London sieht Moral und Disziplin bei Russen geschwächt

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Oft mangelt es russischen Soldaten offenbar an den grundlegenden Dingen: Waffen, Verpflegung, Sold.

(Foto: AP)

Hohe Verluste und Kampfmüdigkeit sind offenbar nur ein Problem: Laut dem britischen Verteidigungsministerium werden den russischen Soldaten "grundlegende Ansprüche" nicht gewährt - einschließlich angemessener Uniform, Waffen, Verpflegung und Sold. All dies habe gravierende Folgen.

Die russischen Streitkräfte leiden offenbar in der Ukraine unter Moral- und Disziplinproblemen. Dies berichtet das britische Verteidigungsministerministerium unter Berufung auf Geheimdienstberichte. "Neben der Kampfmüdigkeit und den hohen Verlusten sind die Probleme mit der Bezahlung wahrscheinlich nach wie vor einer der Hauptkritikpunkte der russischen Soldaten im Einsatz."

Beim russischen Militär besteht das Einkommen der Soldaten demnach aus einem bescheidenen Grundgehalt, das durch eine Vielzahl von Prämien und Zulagen aufgestockt wird. "In der Ukraine ist es höchstwahrscheinlich zu erheblichen Problemen gekommen, weil beträchtliche Kampfprämien nicht gezahlt wurden. Dies ist wahrscheinlich auf eine ineffiziente Militärbürokratie, den ungewöhnlichen rechtlichen Status der 'militärischen Spezialoperation' und zumindest teilweise auf offene Korruption unter den Kommandeuren zurückzuführen", heißt es weiter.

Das russische Militär habe es immer wieder versäumt, den in der Ukraine stationierten Truppen grundlegende Ansprüche zu gewähren - einschließlich angemessener Uniform, Waffen und Verpflegung sowie Sold. "Dies hat mit ziemlicher Sicherheit dazu beigetragen, dass die Moral eines Großteils der Truppen weiterhin angeschlagen ist."

Fallschirmjäger sieht "völlige Anarchie und fehlende Kampfbereitschaft"

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Der britische Bericht deckt sich mit den Schilderungen eines russischen Fallschirmjägers, die dieser kürzlich veröffentlicht hatte. Nach eigenen Angaben wurde Pawel Filatjew auf die Krim geschickt und dort mit "völliger Anarchie und fehlender Kampfbereitschaft in einem strategisch so wichtigen Gebiet" konfrontiert. Filatjew bemängelte fehlende Ausrüstung und Uniformen in seiner Einheit. Er habe sich passende Schuhe und Uniformteile selbst kaufen müssen, schreibt er in seinem Bericht.

Die Fallschirmjäger lebten laut Filatjew zu vierzig in einem Zelt. Einige hätten keinen Schlafsack, keinen Tarnanzug, keine Rüstung oder keinen Helm gehabt. Es habe keine Duschen gegeben, die Männer hätten sich im Februar im Meer gewaschen. Nach einer Beschwerde beim Verteidigungsministerium hätten seine Kommandeure ein Verfahren gegen ihn eingeleitet, in dem ihm regelmäßige Störungen der Disziplin vorgeworfen worden seien.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 04. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ghö

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