Politik

Bundeswehr Scharping: Es gab Schüsse mit Uran-Munition

Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hat den Bundestag über die Verwendung uranhaltiger Munition auf US-Truppenübungsplätzen in Deutschland informiert. Es sei zu einem irrtümlichen Verschuss von Munition oder einem Brand von Panzern mit dieser Munition gekommen, so Scharping. Die Informationen stammten aus den USA.

Als Beispiele nannte der Verteidigungsminister Vorfälle seit 1981 in Fulda, Lampertheim, Schweinfurt, in Grafenwöhr und Garlstedt. In den USA werde geprüft, "in welchem Umfang es möglicherweise Unfälle" gegeben habe, sagte Scharping weiter. Nach Angaben seines Ministeriums erwartet der Ressortchef, dass die USA sämtliche Angaben zur Verfügung stellen.

Zudem müssten Antworten der unionsgeführten Bundesregierung von 1995 und 1997 zu diesem Thema neu betrachtet werden. Scharpings Angaben zufolge teilte das CDU-Verteidigungsministerium nach einer Anfrage aus der SPD 1995 mit, ein Verschuss von Uranmunition zu Übungszwecken sei mangels geeigneter Übungseinrichtungen nicht möglich und daher untersagt.

1997 wurde offenbar auf die Frage nach US-Standorten, die Uranmunition im Bestand haben geantwortet, aus Gründen der Geheimhaltung sehe sich die Bundesregierung nicht in der Lage, hierzu zu informieren.

Scharpings Haus bestätigte auch, dass Anfang der 70er Jahre uranhaltige Munition in Deutschland getestet worden sei - jedoch nur auf einem Firmengelände im niedersächsischen Unterlüß des Rüstungskonzerns Rheinmetall. Die Firma Messerschmitt-Bölkow-Blohm sei in die Frühphase der Versuche eingebunden gewesen, nicht aber in die eigentlichen Tests.

Bei Rheinmetall in Düsseldorf hieß es, die Tests seien im Auftrag und in Abstimmung mit den Behörden und Ämtern erfolgt. Der Konzern habe sich jedoch gegen die Produktion uranhaltiger Munition entschieden. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden.

Das Hauptquartier der US-Landstreitkräfte in Europa hat inzwischen drei Zwischenfälle mit uranhaltiger Munition in Deutschland bestätigt. Die US-Army in Heidelberg teilte mit, alle drei Vorfälle hätten sich in den achtziger Jahren in Bayern ereignet. So seien beispielsweise 1985 in Schweinfurt und 1988 in Gollhofen Panzer mit DU-Munition in Brand geraten

Bis zum Ende des Kalten Kriegs habe die so genannte DU-Munition zur Standardbestückung der US-Panzer gehört, hieß es weiter. Fünf weitere angenommene Fälle in den Jahren 1981 bis 1990 könne man nicht bestätigen, hieß es weiter. Falls es Akten gebe, befänden sich diese in den USA.

Quelle: ntv.de