Politik

Imame und Studenten sollen helfen Schwesig plant Paket gegen Extremismus

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Manuela Schwesig (r.) auf der Islamkonferenz.

(Foto: dpa)

Welche Maßnahmen können gegen die Radikalisierung muslimischer Jugendlicher in Deutschland unternommen werden? Familienministerin Schwesig sagt: Prävention. Dafür will sie islamische Verbände, Studenten und Imame einbinden.

Vor dem Hintergrund der Anschläge in Frankreich will Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) die Präventionsarbeit verstärken, um junge Leute vor dem Abrutschen in die extremistische Szene zu bewahren. So könnten zum Beispiel gut integrierte muslimische Studenten gezielt in die Schulen gehen und dort mit Jugendlichen sprechen, sagte Schwesig. Die muslimischen Verbände sollen dabei verstärkt eingebunden werden.

Laut Schwesig ist es auch wichtig, dass sich Imame beteiligen, da sie als Respektspersonen auf Jugendliche zugehen könnten. Sie sehe dafür eine Bereitschaft bei den Verbänden. Zudem müsse es Angebote für Eltern muslimischer Jugendlicher geben. Dies alles sei "mühselige, kleinteilige Arbeit", sagte Schwesig. Prävention sei aber der beste Schutz davor, dass Jugendliche nicht abrutschten.

Radikalisierung verhindern

Die Bundesregierung hatte das Programm "Demokratie leben!" zuletzt um zehn Millionen Euro auf insgesamt 40,5 Millionen Euro aufgestockt. Ein Schwerpunkt ist die Prävention gegen gewaltorientierten Islamismus. Mit dem Geld sollen regionale Netzwerke, Beratungsstellen, Modellprojekte, Fachkonferenzen und die Präventionsforschung gefördert werden, die sich mit der Radikalisierung junger Muslime beschäftigen.

Schwesig sagte der "Bild"-Zeitung, Deutschland müsse mit Aufklärung und besonnen auf die jüngste Gewalt reagieren. Die "Spirale aus Hass und Gewalt" dürfe nicht weitergedreht werden.

Schwesig nahm am Treffen der Deutschen Islamkonferenz DIK in Berlin teil. Offizielles Thema des Treffens war die Wohlfahrtspflege, wobei es insbesondere um die Kinder-, Jugend- und Altenhilfe gehen sollte. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte mit den Verbänden der Muslime in Deutschland im vergangenen Jahr einen Neustart der seit 2006 existierenden Islamkonferenz vereinbart.

Quelle: n-tv.de, rpe/AFP/dpa

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