Politik

Der Kriegstag im Überblick Selenskyj-Berater: Angriff auf Kiew gescheitert - Odessa unter Beschuss

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Die ukrainische Hauptstadt Kiew leidet weiterhin unter russischen Luftangriffen.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Während Truppen des Kreml die Hafenstadt Odessa unter Feuer nehmen, bezeichnet der ukrainische Präsidentenberater Schowka den russischen Angriff auf Kiew als gescheitert. Präsident Selenskyj will bei den Verhandlungen mit Moskau weiterhin eine harte Linie verfolgen. Der 26. Kriegstag im Überblick.

Selenskyj erteilt "russischen Ultimaten" Absage

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj will sich nicht auf "russische Ultimaten" zur Beendigung des Krieges einlassen. "Die Ukraine kann kein russisches Ultimatum akzeptieren", sagte Selenskyj der Nachrichten-Website Suspilne. Ziel Russlands sei es, die Ukraine zu "zerstören".

Selenskyj zufolge versucht Moskau, der ukrainischen Seite ihre Forderungen zu diktieren. Die russische Delegation verfolge dabei den Ansatz: "Wir stellen ein Ultimatum, hier sind die Punkte, Sie erfüllen sie alle und dann beenden wir den Krieg", sagte Selenskyj. Auf diese Weise werde Moskau jedoch keine Ergebnisse erzielen. Zudem erklärte Selenskyj, dass jeder mögliche "Kompromiss" mit der russischen Seite der ukrainischen Bevölkerung in einem Referendum zur Abstimmung vorgelegt werden soll.

Erste Angriffe auf Odessa

Unterdessen steuern Moskaus Truppen nach der Eroberung des Großteils der ukrainischen Südküste auf Odessa zu. Die Stadtverwaltung der Hafenstadt am Schwarzen Meer meldete einen ersten russischen Angriff. Ein Wohnhaus in einem Vorort sei am Morgen durch russischen Beschuss beschädigt worden. Todesopfer gebe es nicht. Es sei aber ein Feuer ausgebrochen, teilten die Behörden mit. Die Zeitung "Kyiv Independent" berichtete, dass russische Kriegsschiffe Odessa aus großer Entfernung beschossen hätten. Dabei sollen mehrere Gebäude beschädigt worden sein. Odessa ist vom Kriegsgeschehen bisher weitgehend verschont geblieben. Sollte die Metropole in russische Hände fallen, wäre die Ukraine komplett vom Meer abgeriegelt.

PolitikUkraine-Videos vom 21. März 2022

Pentagon: Russland verstärkt Einsätze zu Wasser und in der Luft

Insgesamt scheint Russland seine Aktivitäten in der Luft und zu Wasser zu verstärken. Das meldet zumindest das Pentagon. Grund sei der starke ukrainische Widerstand. Der Kreml versuche "verzweifelt", seine Kampfdynamik zu erhöhen, sagte ein hochrangiger US-Verteidigungsbeamter in Washington. Demnach feuere Moskau vor allem Luft-Boden-Raketen aus dem russischen oder belarussischen Luftraum auf ukrainische Ziele ab.

Im nördlichen Schwarzen Meer zeige Russland mit dem Einsatz mehrerer Kriegsschiffe "verstärkte Marineaktivitäten", sagte der Beamte weiter. Dies sei jedoch kein klares Zeichen für einen bevorstehenden Angriff auf die Hafenstadt Odessa. "Was wir hier sehen, ist ein fast verzweifelter Versuch der Russen, die Lage zu ihren Gunsten zu wenden", sagte der Beamte.

Separatisten-Chef rechnet mit langem Kampf um Mariupol

Derweil rechnet der Anführer der pro-russischen Separatisten im ostukrainischen Donezk damit, dass die Kämpfe im belagerten Mariupol noch einige Zeit dauern werden. "Ich bin nicht so optimistisch, dass zwei oder drei Tage oder auch eine Woche ausreichen werden, um den Fall zu schließen", zitiert die russische Nachrichtenagentur Interfax Denis Puschilin, Chef der sogenannten Volksrepublik Donezk. Er begründete seine Ansicht mit der Größe der Metropole. Zuvor hatte die ukrainische Regierung ein Ultimatum zur Kapitulation der Hafenstadt zurückgewiesen. Moskau hatte den Verteidigern bis zum frühen Morgen Zeit gegeben, sich zu ergeben.

Präsidentenberater: Angriff auf Kiew "gescheitert"

Seit Wochen versucht die russische Armee, die ukrainische Hauptstadt einzukreisen. Selenskyjs Sicherheitsberater Ihor Schowka hat den Angriff auf Kiew nun als "gescheitert" bezeichnet. "Im Großen und Ganzen scheitert Russland in Kiew. Sie versuchen die Hauptstadt weiter einzukreisen, aber es gelingt ihnen nicht", sagte Schowka im ZDF. Er forderte unter anderem von Deutschland mehr Unterstützung durch Luftverteidigungsfähigkeiten. Zudem forderte er die EU zu weiteren Sanktionen gegen Russland auf.

EU verdoppelt Militärhilfe für Ukraine

Grünes Licht gibt die EU bereits beim Thema Waffen: Die EU-Staaten wollen der Ukraine weitere Finanzmittel zur Beschaffung von Waffen zur Verfügung stellen. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sagte in Brüssel, die EU werde das Volumen für Waffenlieferungen an die Ukraine von 500 Millionen auf eine Milliarde Euro aufstocken. Die Bundesregierung werde dafür sorgen, dass Bestellungen bei deutschen Firmen schnell realisiert würden, sagte Baerbock. Man könne aber "nicht in aller Öffentlichkeit darüber reden, weil es geht hier um Leben und Tod".

Bericht: Russische Soldaten schießen auf Demonstranten

Cherson ist die bisher einzige ukrainische Großstadt, die das russische Militär vollständig erobert hat. Immer wieder gibt es dort Proteste gegen die Besatzer. Bei einer erneuten Demonstration sollen russische Soldaten auf friedliche Demonstranten geschossen haben. Wie die ukrainische Nachrichtenagentur UNIAN auf Telegram berichtete, setzten die Russen Blendgranaten ein und eröffneten das Feuer. Demnach gab es mehrere Verletzte. In den sozialen Netzwerken kursieren Videos, die Schüsse auf Demonstranten zeigen sollen. Die Aufnahmen konnten aber bislang noch nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

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Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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