Politik

Funktionärssohn mit Nackter im Ferrari Skandal erschüttert Peking

2012-09-04T052518Z_01_PEK302_RTRMDNP_3_CHINA-POLITICS-SECURITY.JPG4912108675425293772.jpg

Eine Wache steht vor einem Mao-Bild in Peking.

(Foto: REUTERS)

Teure Sportwagen, Luxus-Reisen, Kinder, die für viel Geld im Ausland studieren - immer wieder machen Chinas Kader mit ihrem aufwendigen Lebensstil von sich reden. Im jüngsten Fall geht es um den Sohn eines engen Vertrauten von Präsident Hu. Dieser stirbt offenbar bei einem Unfall - unter höchst pikanten Umständen.

Luxuriöse Freizeitbeschäftigungen der Politik-Elite und ihrer Angehörigen sind keine Seltenheit in China. Nun allerdings kocht eine Affäre hoch, die Chinas höchsten Führungskräfte in die Bredouille bringt. Im Internet machten Fotos von den Überresten eines verunglückten Ferraris die Runde, mit dem Medienberichten zufolge der Sohn von Ling Jihua, einem am Wochenende geschassten Chef des Sekretariats im mächtigen Politbüro und engen Vertrauten von Präsident Hu Jintao, unterwegs gewesen sein soll. Die Zensur tat ihr Möglichstes, um die Verbreitung der Aufnahmen zu verhindern.

DAB0742_20120904.jpg5029555235582505101.jpg

Enge Vertraute: Ling Jihua (oben links), Premierminister Wen Jiabao (unten links) und Präsident Hu Jintao (rechts) am 11. März 2012.

(Foto: AP)

Laut einem Bericht der "South China Morning Post" aus Hongkong vom Montag kam Lings Sohn bei dem Unfall am 18. März ums Leben. In dem Wagen, der in der Hauptstadt Peking mit hoher Geschwindigkeit frontal gegen eine Mauer prallte, saßen damals auch zwei Frauen, die schwer verletzt wurden. Eine von ihnen wurde nackt aus den Trümmern geborgen, die zweite war ebenso wie der getötete Fahrer nur zur Hälfte bekleidet. Bei beiden soll es sich um Studentinnen gehandelt haben.

Anschließend wurde offenbar der Totenschein des Fahrers geändert, um den Skandal zu vertuschen. Laut "Global Times" wurden damals Berichte über den Unfall im Internet gelöscht, Suchanfragen werden blockiert.

Chinas Führung hatte am Wochenende den 62-jährigen Li Zhanshu, früherer Chef der südwestlichen Provinz Guizhou, zum neuen Chef im Sekretariat des Politbüros ernannt. Über die Gründe für die Entlassung Lings, eines engen Vertrauten von Staatschef Hu Jintao, wurden keine Angaben gemacht. Allerdings steht die Kommunistische Partei kurz vor einer etwa alle zehn Jahre stattfindenden Machtübergabe an eine jüngere Führungsmannschaft.

Hu soll in Kürze zurücktreten

Hu soll voraussichtlich im Oktober bei einem Parteitag sein Amt als Generalsekretär niederlegen. Im kommenden März soll er dann auch das Präsidentenamt an seinen derzeitigen Vize Xi Jinping übergeben. Dieser stand zuletzt im Juni in der Kritik, nachdem Medien über umfangreiche Investitionen und Finanztransaktionen in seinem familiären Umfeld berichtet hatten. Auch damals schritt die chinesische Internetzensur umgehend ein.

Chinas Staatsmedien berichteten indes am Dienstag von der Entlassung eines ranghohen Armeeangehörigen wegen Misshandlung einer Stewardess. Fang Daguo habe die Frau während eines Streits um sein Handgepäck verletzt, berichtete die Tageszeitung "China Daily". Laut der Nachrichtenagentur Xinhua waren er und seine Frau stark betrunken, als der Streit mit der Flugbegleiterin ausbrach. "Ohne uns hätten Sie nicht einmal etwas zu essen", sagte Fangs Frau demnach zu dem Opfer.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen