Politik

Drückt sich Bayern? Söder schließt Atommüll-Endlager aus

120779102.jpg

Die Geologie Bayerns ist laut Söder nicht geeignet für ein Atommüll-Endlager.

(Foto: dpa)

Seit zwei Jahren wird bundesweit nach einem Endlager für Atommüll gesucht. Doch noch vor der Vorstellung der Ergebnisse stellt Bayerns Ministerpräsident Söder fest: Ein Endlager mache in Bayern "keinen Sinn". Sein Amtskollege Weil hält dagegen. Niedersachsen sei nicht das "Atomklo der Bundesrepublik Deutschland."

CSU-Chef Markus Söder schließt ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll im Freistaat wegen Sicherheitsaspekten kategorisch aus. "In Bayern macht ein Atommüllendlager keinen Sinn. Geologisch gesehen passt Bayern nicht, da das vorhandene Gestein eine deutlich schlechtere Sicherheit aufweist als zum Beispiel Gorleben", sagte der bayerische Ministerpräsident. "Deshalb wird es hier auch kein sicheres Endlager geben."

Söder reagierte damit auf die Kritik seines niedersächsischen Amtskollegen Stephan Weil. Dieser hatte moniert, dass Bayern und Sachsen versuchten, sich von der bundesweiten Suche nach einem Standort zu drücken. Söder lässt das nicht gelten: "Die Frage nach einem Atommüllendlager darf nicht politisch, sondern muss wissenschaftlich entschieden werden. Die größtmögliche Sicherheit muss an oberster Stelle stehen."

Weil hatte gesagt, es sei ein Erfolg der vergangenen Legislaturperiode, dass man sich auf eine weiße Landkarte ohne vorherige Festlegung verständigt habe. Niemand dürfe sich dieser nationalen Aufgabe entziehen, so der SPD-Politiker: "Deshalb ist es für mich absolut unverständlich, dass sich einzelne Länder offensichtlich nach und nach verabschieden wollen. Bayern und Sachsen etwa. So wird das nicht laufen können."

Ursprünglich hatte Deutschland ein Endlager im niedersächsischen Gorleben geplant. Nach jahrzehntelangen Protesten hatte der Bund 2017 ein neues Suchverfahren gestartet. Ziel ist es, bis 2031 einen geeigneten Ort zu finden. Der Atommüll soll unterirdisch tief in einem Bergwerk entsorgt werden. Als geologische Formationen kommen Salz, Ton und kristallines Gestein wie Granit in Frage. Erste Ergebnisse sind für 2020 angekündigt.

Niedersachsen will nicht "Atomklo" sein

Obwohl die Suche bundesweit laufen soll, vereinbarte die bayerische Landesregierung aus CSU und Freien Wählern in ihrem Koalitionsvertrag: "Wir sind überzeugt, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager ist."

Bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes für die Suche nach einem deutschen Atommüllendlager hatten Bayern und Sachsen die Tauglichkeit von kristallinem Gestein, das in beiden Bundesländern vorkommt, als mögliche unterirdische Lagerstätte infrage gestellt. Sachsen sei an dem Verfahren zur Endlagersuche beteiligt, sagte ein Sprecher des sächsischen Umweltministeriums in Dresden. "Wir glauben aber wie Bayern, dass kristallines Gestein weniger gut geeignet ist." 

Niedersachsen Ministerpräsident Weil dagegen sagte mit Blick auf Gorleben, die Landesregierung wisse, dass es auch in Niedersachsen geologische Formationen gebe, die eine Prüfung als Endlager verdienen könnten. Dies gelte aber eben auch für die anderen Bundesländer. "Niemand soll glauben, Niedersachsen sei das Atomklo der Bundesrepublik Deutschland." Man müsse über kurz oder lang klären, ob alle Beteiligten weiterhin zu ihrem Wort stünden und das mit dem Standortauswahlgesetz vereinbarte Verfahren weiterhin unterstützten.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

Mehr zum Thema