Politik

Holetschek im "ntv Frühstart" "Sollten auf vierte Impfung vorbereitet sein"

Bayerns Gesundheitsminister stellt sich an die Seite von Lauterbach. Man werde die vielen Impfdosen noch brauchen. Zudem dringt Holetschek auf eine Gehaltsverdoppelung in der Intensivpflege.

Mit Blick auf die Debatte um den angeblichen Impfstoffmangel im neuen Jahr hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD verteidigt. "Ich glaube, wir können gar nicht genügend Impfstoff haben. Wir müssen schon noch weiteren beschaffen, aber die Berechnungen sind tatsächlich nicht so einfach zu verstehen", sagte der CSU-Politiker im "ntv Frühstart". Er begrüße "vom Grundsatz" die Strategie Lauterbachs, so viel Impfstoff zu beschaffen wie möglich. "Wir werden auch nächstes Jahr erleben: Wir werden den brauchen."

Auf die Frage, ob womöglich auch eine vierte oder sogar fünfte Impfung gegen das Coronavirus nötig sein würde, sagte Holetschek, dass man auch unter dem Blickwinkel der Omikron-Variante auf ein solches Szenario vorbereitet sein müsse: "Wir sollten davon ausgehen, dass eine weitere Impfung notwendig ist. Wir sollten auch unsere Strukturen jetzt am Laufen halten."

"Schnelle Entscheidung" bei Großbritannien

Holetschek forderte vom Bund eine schnelle Entscheidung bezüglich der sich in Großbritannien rasant ausbreitenden Omikron-Variante: "Ich würde mir wünschen, dass der Bund mal genau hinschaut, wann Großbritannien Virusvariantengebiet wird und dass bei der Einreise mit dem Flugzeug ein PCR-Test verpflichtend vorgelegt werden muss."

Er verwies darauf, dass die Zahlen in Großbritannien "vehement" anstiegen und man "nicht zu lange" mit einer entsprechenden Entscheidung warten soll. Es wäre sinnvoll, wenn man künftig für die Einreise aus Großbritannien nach Deutschland einen PCR-Test vorlegen müsse, der nicht älter als 24 Stunden ist.

"Stehen sonst vor humanitärer Katastrophe"

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Angesichts der gravierenden Situation in der Pflege erneuerte Holetschek seine Forderung, das Gehalt von Intensivpflegekräften für mindestens ein Jahr zu erhöhen. "Die Pandemie hat uns noch mal gezeigt, dass die Pflege unbedingt in den Fokus genommen wird. Wenn wir uns da nicht kümmern und Arbeitsbedingungen verbessern, Gehaltsstrukturen, dann werden wir irgendwann vor einer humanitären Katastrophe in diesem Land stehen."

Deswegen brauche es nun Signale - Klatschen allein reiche nicht: "Eine Verdoppelung des Gehaltes, Steuerbefreiungen von Zuschlägen, nicht nur bei der Intensivpflege, sondern auch in der Langzeitpflege. Wir wissen, dass dieses Thema jetzt aktuell ist und die Pflegerinnen und Pfleger warten darauf." Bayern bringt dazu einen entsprechenden Antrag in der heutigen Sitzung des Bundesrates ein.

Quelle: ntv.de, psa

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