Politik

Hamburg-Wahl im "ntv Frühstart" Stamp: FDP wurde um ihre Arbeit "betrogen"

Noch muss die FDP um den Wiedereinzug in die Hamburger Bürgerschaft bangen. Der stellvertretende NRW-Ministerpräsident gibt dem Thüringer Landesverband eine Mitschuld am schlechten Ergebnis.

Der Stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Joachim Stamp, sieht den Thüringer Landesverband mitverantwortlich für das schlechte Abschneiden seiner Partei bei der Hamburg-Wahl. Es sei eine bittere Niederlage für die FDP insgesamt, "aber vor allem auch für die Freunde in Hamburg, die ein Stück weit auch betrogen worden sind um ihre gute Arbeit der letzten Jahre. Dadurch, dass einige Dilettanten in Thüringen dieses Chaos verursacht haben", sagte der FDP-Politiker im "ntv Frühstart".

Dass die Partei in Ost und West gespalten sei, glaubt Stamp nicht. Richtig sei jedoch, "dass wir in der ganzen Frage: Wie gehen wir um mit beispielsweise der Partei der Linken, mit der AfD, dass wir hier auch noch mal darüber sprechen müssen, dass es hier in Ost und West durchaus verschiedene Wahrnehmungen gibt, was beispielsweise demokratische Prozesse angeht" sagte Stamp. Es gebe viele, die sagten: Gewählt ist gewählt. "Ohne vielleicht wahrzunehmen, dass die AfD in Thüringen ja den eigenen Kandidaten gar nicht gewählt hat, sondern ihn als Strohmann quasi verbrannt hat, und damit im Grunde genommen einen Anschlag auf die Demokratie begangen hat", so Stamp.

Brutalität der AfD in Parlamenten ist vielen "nicht richtig bewusst"

Es gebe eine ganz klare Botschaft, die die Partei immer wieder bekräftigt habe: "Es gibt keine Kooperation mit der AfD. Wem das nicht gefällt, der hat eigentlich auch in der FDP nichts zu suchen." Die Brutalität, mit der die AfD zum Teil auch in den Parlamenten vorgehe, "ist glaub ich auch vielen in der Bevölkerung gar nicht so richtig bewusst. Das muss man auch noch mal viel stärker herausstellen".

Nach Ansicht Stamps genießt Christian Lindner als FDP-Vorsitzender das Vertrauen der Partei. "Und ich glaube, es ist auch nicht richtig, wenn wir immer nur auf den Parteivorsitzenden gucken. Es müssen andere Leute - ich nehme mich da mit dazu - noch ganz anders in Erscheinung treten, auch Themen besetzen, wie beispielsweise das Integrations- und Migrationsthema, wo wir unsere Konzepte anders offensiv nach vorne stellen." Die FDP müsse stärker positiv über eigene Inhalte sprechen "als immer nur negativ über die Themen der Mitbewerber. Das ist uns vielleicht in den letzten Monaten ein bisschen abhanden gekommen".

Ausdrücklich lobte Stamp die Zusammenarbeit mit Armin Laschet als Ministerpräsident in der nordrhein-westfälischen Regierung. Er könne sagen, "dass Armin Laschet wirklich jemand ist, mit dem ich ausgesprochen gerne zusammenarbeite, weil er charakterlich und fachlich einwandfrei ist, und wir wirklich ein sehr vertrauensvolles Verhältnis haben."

Quelle: ntv.de