Politik

Arzneimittel, Essen und Wasser Steinmeier schlägt Luftbrücke für Aleppo vor

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Durch die humanitären Korridore kommt nicht genug Hilfe in Aleppo an.

(Foto: REUTERS)

Noch immer wird die syrische Stadt Aleppo täglich aus der Luft angegriffen. Den Menschen dort fehlt es an allem. Bundesaußenminister Steinmeier bringt nun ins Gespräch, dass die internationale Gemeinschaft Aleppo aus der Luft zu Hilfe kommt.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich für eine Luftbrücke zugunsten der notleidenden Menschen in Aleppo ausgesprochen. Die Bundesregierung sei mit den Vereinten Nationen, den USA und mit Russland darüber im Gespräch, wie die so dringlich gebotene humanitäre Hilfe nach Aleppo geliefert werden könne, sagte Steinmeier der "Welt am Sonntag".

Sollten beide Teile Aleppos auf dem Landweg weiterhin nur unzureichend versorgt werden können, "sollten wir auch die Möglichkeit von Hilfe aus der Luft prüfen, vor allem bei medizinischen Gütern", fügte Steinmeier hinzu. Einen mutmaßlichen Chlorgas-Einsatz in Aleppo kritisierte er scharf.

"Wir verurteilen den Einsatz von international geächteten Waffen - seien es chemische Waffen oder Fassbomben - auf das Schärfste und fordern alle Konfliktparteien ihr Möglichstes zu tun, um die syrische Zivilbevölkerung zu schützen", sagte der Außenminister. Die Geschehnisse in Aleppo seien eine "neue Eskalationsstufe" des syrischen Bürgerkriegs".

Nach Angaben Steinmeiers leiden die Menschen in Aleppo nicht nur unter den täglichen Luftangriffen. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten werde "von Tag zu Tag katastrophaler". Erneut forderte der Minister die Kriegsparteien zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch in Genf auf. Die Vorstellung, der Konflikt ließe sich militärisch lösen, sei eine "Illusion".

"Brüssel muss endlich handeln"

Entwicklungsminister Gerd Müller warf der Europäischen Union Tatenlosigkeit angesichts der Grauen im Syrien-Krieg vor. Die Hilflosigkeit der Vereinten Nationen, der Weltmächte, aber auch Europas angesichts des Elends in Syrien mache ihn "fassungslos", sagte Müller dem "Focus". Wer die grauenhafte Lage der Zivilisten im heftig umkämpften Aleppo ignoriere, begehe ein Verbrechen: "Aleppo ist der Hilfeschrei von 300.000 verzweifelten Menschen an uns alle: Lasst uns nicht sterben!"

Müller regte ein Notprogramm im Umfang von zehn Milliarden Euro an, damit sich die Lage der Flüchtlinge in und um Syrien nicht weiter verschlechtert. Besonders der Libanon, Nordirak und Jordanien seien dringend auf Hilfe angewiesen, "sonst droht der Zusammenbruch mit unabsehbaren Folgen auch für uns", so der CSU-Politiker.

"Mit einem EU-Flüchtlingsfonds, in den alle Länder einzahlen, die bei sich zu Hause weniger Flüchtlinge aufnehmen, einem EU-Sonderbeauftragten und einem EU-Flüchtlingshilfswerk könnten wir die Funktionstüchtigkeit der Europäischen Union beweisen", fuhr Müller fort. "Es ist beschämend, dass wir das nicht hin bekommen. Brüssel muss endlich handeln."

Quelle: n-tv.de

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