Politik

"Diesen Anspruch nie erhoben" Stoiber: Seehofer will nicht Kanzler werden

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Enge Vertraute: Seehofer (l) und Stoiber beim CSU-Parteitag 2015.

(Foto: dpa)

Der CSU-Ehrenvorsitzende Stoiber kennt den CSU-Chef Seehofer seit Langem. Und er ist sich sicher: Seehofer geht es nicht um die Kanzlerschaft. Auch wenn Stoiber lobende Worte für Kanzlerin Merkel findet, hat er doch eine klare Forderung an sie.

Der CSU-Ehrenvorsitzende und ehemalige Unions-Kanzlerkandidat, Edmund Stoiber, geht davon aus, dass sich CSU-Chef Horst Seehofer nicht um die Kanzlerschaft bewerben wird. "Der Kanzlerkandidat kommt in der Regel aus der größeren Partei", sagte Stoiber der "Bild am Sonntag".

Er zeigte Verständnis für Seehofers zurückhaltende Position in der Kanzlerfrage. "Strauß wollte Kanzler werden, und ich wollte es auch", sagte Stoiber. "Horst Seehofer hat diesen Anspruch nie erhoben." Seehofer habe immer gesagt, man wolle mit Angela Merkel die Wahl gewinnen. Franz Josef Strauß und Stoiber waren die bisher einzigen Unions-Kanzlerkandidaten, die aus der CSU stammten - beide unterlagen ihren SPD-Kontrahenten Helmut Schmidt (1980) und Gerhard Schröder (2002).

In einem Interview mit dem Spiegel von Mitte August hatte Stoiber es allerdings noch offen gehalten, ob die CSU mit einem eigenen Kanzlerkandidaten in die Bundestagswahl zieht. Auf die Frage, ob Merkel 2017 automatische auch die Kandidatin der CSU werde, sagte er: "Die Frage kann ich derzeit nicht beantworten. Wir müssen zunächst inhaltlich noch einiges tun."

Einer möglichen Abspaltung der CSU von der CDU erteilte Stoiber in der "Bild am Sonntag" eine klare Absage. Die CSU mit ihrer deutlichen Betonung ihrer konservativen Wurzel stärke die Union insgesamt. Jetzt müsse die CDU allerdings um die verlorengegangenen Wähler der AfD kämpfe. Wie das gehe, zeige Seehofer mit seiner Politik in Bayern.

Stoiber würdigte außerdem, dass sich Angela Merkel zu Beginn der Woche indirekt von ihrem Satz "Wir schaffen das" distanziert hatte. "Ihre Worte waren ein Schritt in die richtige Richtung", so Stoiber. Es müsse aber auch eine Korrektur in der Flüchtlingspolitik folgen. Stoiber erneuerte die Forderung nach einer Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen, die jährlich nach Deutschland kommen könnten. "Wir brauchen eine Zahl, die deutlich macht, dass - wie es der Bundespräsident ausgedrückt hat - unser Möglichkeiten begrenzt sind."

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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