Nach Iran-USA-RahmenabkommenSüdkorea bittet Trump um Unterstützung im Korea-Konflikt

Nord- und Südkorea sind seit 1953 formell im Kriegszustand. Für eine friedliche Lösung des Konflikts sucht Südkorea nun das Gespräch mit US-Präsident Donald Trump. Er soll eine Führungsrolle übernehmen. Vorbild ist das aktuelle Rahmenabkommen mit dem Iran.
Südkorea hat US-Präsident Donald Trump gebeten, nach der Einigung auf ein Rahmenabkommen im Nahost-Krieg nun auch im Konflikt zwischen Süd- und Nordkorea zu vermitteln. Das erklärte das Büro von Südkoreas Präsident Lee Jae Myung. Demnach habe Trump sich am Rande des G7-Gipfels im französischen Evian nach dem Stand der Beziehungen zwischen Seoul und Pjöngjang erkundigt.
Lee habe Trump in dem Gespräch gebeten, "bei der friedlichen Lösung der Nordkorea-Frage eine Führungsrolle zu übernehmen", so wie er den Konflikt in der Golfregion "gelöst hat", hieß es in der Erklärung von Lees Büro weiter. Demnach bekundete Trump daraufhin seine Bereitschaft, "auf eine Lösung der Nordkorea-Frage hinzuarbeiten".
Das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran für ein Ende des Iran-Kriegs soll am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden. Nachdem Trump die Einigung auf das Papier kürzlich in Onlinediensten bekannt gegeben hatte, veröffentlichte er ein unkommentiertes Foto von sich und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bei einem Treffen in Trumps erster Amtszeit. Die diplomatischen Bemühungen scheiterten, nachdem es beim Gipfeltreffen in Hanoi im Jahr 2019 nicht gelungen war, eine Einigung über den Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms und die Lockerung der von den USA angeführten Sanktionen zu erzielen. Das nun veröffentlichte Bild nährte Spekulationen, er könne sich mit der Lage auf der koreanischen Halbinsel befassen. Nordkorea-Experten stufen die Chancen auf ein Treffen von Kim und Trump allerdings als gering ein.
Seoul: Zivilisten dürfen sich künftig Grenze weiter nähern
Nord- und Südkorea sind nach dem Ende des Korea-Kriegs im Jahre 1953 formell weiterhin im Kriegszustand. Im März hatte Machthaber Kim Südkorea als "den uns am meisten feindlich gesinnten Staat" bezeichnet. Lee dagegen nimmt eine versöhnlichere Haltung ein. Unter anderem rief er zu Gesprächen mit dem Norden auf, um "die Blume des Friedens zum Blühen zu bringen".
Das Verteidigungsministerium in Seoul teilte am Mittwoch mit, dass sich südkoreanische Zivilisten künftig mehr als bisher der stark gesicherten Grenze zum Norden nähern dürften. Die Demarkationslinie liegt in der stark gesicherten Demilitarisierten Zone (DMZ), einer mehrere Kilometer breiten Pufferzone zwischen Nord- und Südkorea. Die sogenannte zivile Kontrolllinie liegt bislang zehn Kilometer südlich der Grenze.
Nun soll der Bereich auf ein durchschnittlich sechs Kilometer breites Band verkleinert werden, wie Verteidigungsminister Ahn Gyu Back sagte. Das erleichtere die Lage unter anderem für Bewohner vor Ort und für Landwirte.