Politik

"Folter und Brutalität"Syrien verurteilt Assad-Cousin zu Todesstrafe

18.08.2026, 12:23 Uhr
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Demonstranten hängen eine Schlinge vor das Strafgericht in Damaskus. (Foto: picture alliance / SIPA)

Unter Assad wurden zahllose brutale Verbrechen am syrischen Volk begangen. Die Übergangsregierung in Syrien will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. An den ehemaligen Machthaber kommt sie aber nicht ran. Dafür an seinen Cousin. Der Prozess gegen ihn ist nun entschieden.

Ein Gericht in Syrien hat einen Cousin des gestürzten Machthabers Baschar al-Assad zum Tode verurteilt. Wassim al-Assad wurde in der Hauptstadt Damaskus wegen Kriegsverbrechen schuldig gesprochen. Richter Fachr al-Din Arjan sagte, der Angeklagte sei wegen der vorsätzlichen Tötung mehrerer Menschen "in Verbindung mit Folter und Brutalität" verurteilt worden. Die ihm zur Last gelegten Taten würden als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen" gewertet.

Die Übergangsführung in Damaskus hatte angekündigt, Verantwortliche für Verbrechen unter der Assad-Herrschaft zur Rechenschaft zu ziehen. Wassim al-Assad galt über Jahre als wichtige Figur im kriminellen und paramilitärischen Netzwerk der syrischen Führung. Dabei war er auch an der gewaltsamen Unterdrückung der Opposition beteiligt und stieg laut internationalen Ermittlern zu einem der einflussreichsten Drahtzieher des milliardenschweren, globalen Captagon-Drogenschmuggels auf, weshalb er von den USA und der EU mit schweren Sanktionen belegt wurde. Der Handel mit den Amphetamin-Tabletten war eine wichtige Einnahmequelle der damaligen syrischen Regierung.

Wassim al-Assad wurde vor rund einem Jahr von den aktuellen syrischen Behörden festgenommen. Der Prozess gegen ihn hatte im Juni begonnen.

Während des fast 14 Jahre dauernden Bürgerkriegs in Syrien wurden mehr als eine halbe Million Menschen getötet. Ende 2024 stürzten Kämpfer unter Führung der islamistischen HTS-Miliz den langjährigen Machthaber, der ins Exil nach Russland floh. Baschar al-Assad war vor einer Woche in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Die Richter in Damaskus begründeten ihr Urteil ebenfalls mit "Kriegsverbrechen" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" im syrischen Bürgerkrieg.

Quelle: ntv.de, raf/AFP/dpa

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