Politik

Sozialisten hadern mit Première Dame Trierweiler kämpft im Zickenkrieg

Vor dem Amtsantritt von François Hollande gilt Valérie Trierweiler als patente Frau. Nun aber zieht sie den Missmut der Sozialisten auf sich, weil sie ihre privaten Animositäten ausgerechnet vor der Stichwahl mit der Ex-Frau ihres Lebensgefährten austrägt.

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Trierweiler und Royal gelten als zerstritten.

(Foto: dpa)

Nach dem durch eine Twitterbotschaft der französischen First Lady ausgelösten Eklat haben mehrere prominente Sozialisten das Verhalten von Valérie Trierweiler offen kritisiert. Die 47-Jährige sei aus der Rolle gefallen, sagte der innenpolitische Berater von Präsident François Hollande im Wahlkampf, François Rebsamen, im Radiosender France Info. "Sie muss die Zurückhaltung lernen, die sie als Lebensgefährtin des Präsidenten braucht", forderte der Vertraute des Präsidenten.

Der sozialistische Abgeordnete Claude Bartolone sprach von einem "Fehler" Trierweilers. "Alles, was uns vom Wahlkampf wegbringt, dient nur der Wahlenthaltung und der Opposition", sagte Bartolone im Fernsehsender Canal+. Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte am Dienstagabend klargemacht, dass der Präsident und er im Wahlkampf weiter Hollandes Ex-Partnerin Ségolène Royal unterstützen.

"Nur Mut für Falorni"

Trierweiler hatte Hollande offen brüskiert, als sie in einer Botschaft des Kurznachrichtendienstes Twitter den Gegenkandidaten von Royal im Wahlkreis La Rochelle unterstützte. Sie schrieb: "Nur Mut für Olivier Falorni, der sich als würdig erwiesen hat, der seit so vielen Jahren selbstlos an der Seite der Bürger von La Rochelle kämpft."Bei der Stichwahl in La Rochelle geht es um das politische Überleben der einstigen sozialistischen Präsidentschaftskandidatin Royal. Die Sozialisten hatten ihren Gegenkandidaten Falorni ausgeschlossen, weil der seine Kandidatur nicht zugunsten von Royal zurückziehen wollte.

Die erste Runde hatte die Sozialistin nur knapp mit 32 zu 29 Prozent vor Falorni gewonnen. Vertreter der konservativen UMP vor Ort stellten sich bereits hinter Falorni. In der zweiten Runde am kommenden Sonntag gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen.

Auch Hollande, der sich eigentlich nicht in den Parlamentswahlkampf einmischen wollte, sprang Royal bei. "In diesem Wahlkreis in Charente-Maritime ist Ségolène Royal die einzige Kandidatin der Präsidentenmehrheit, die meine Unterstützung hat", schrieb er auf dem offiziellen Wahlwerbezettel der 58-Jährigen. Seine Unterstützung brachte Hollande auch in einem "sehr langen" Telefonat zum Ausdruck, wie Royal versicherte.

Die Twitter-Botschaft von Frankreichs First Lady wollte Royal nicht kommentieren. "All meine Energie, all meine Gedanken sind bei den Wählern", sagte sie nur. Sozialistenchefin Martine Aubry und Grünen-Chefin Cécile Duflot waren am Dienstag eigens nach La Rochelle gereist, um sie zu unterstützen. Falorni sagte seinerseits mit Blick auf Trierweiler: "Ich freue mich über diese freundschaftliche Unterstützung." Er kritisierte auch, dass sich der Präsident in den Wahlkampf eingemischt habe.

"Sandwich"-Präsident

Das Verhältnis der First Lady zur früheren Partnerin von Hollande, mit der der Präsident vier Kinder hat, gilt als völlig zerrüttet. Die Zeitung "Le Républicain Lorrain" bezeichnete Hollande bereits als "Sandwich-Präsidenten", der wie die Beilage zwischen zwei Brotscheiben zwischen zwei starken Frauen zerdrückt werde.

In den Hintergrund rückte angesichts dieser Auseinandersetzung das Ringen um den Einzug rechtsextremer Kandidaten in die Nationalversammlung. Nachdem eine Sozialistin entgegen der Empfehlung ihrer Partei an ihrer Kandidatur im südfranzösischen Carpentras festhält, kann sich dort nun doch die Enkelin des Front-National-Gründers Jean-Marie Le Pen Hoffnungen machen. Die Rechtsextremen rechnen nun mit fünf bis sieben Parlamentssitzen.

Quelle: ntv.de, AFP

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