Politik

 "Kranke Verschwörung" gegen KITrump: Einzig nötige Leitplanke für Künstliche Intelligenz bin ich selbst

14.09.2026, 18:31 Uhr
00:00 / 03:08
619217899
Laut Trump würde China von einer langsameren KI-Entwicklung in den USA profitieren. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Warnungen häufen sich, dass Künstliche Intelligenz außer Kontrolle geraten und zu einer Gefahr für die Menschheit werden könnte. Es gibt Rufe nach einer stärkeren Regulierung. Doch US-Präsident Trump macht sich keine Sorgen: Seine Intelligenz allein reiche, um Herr über die KI zu bleiben.

In der Debatte um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) hat US-Präsident Donald Trump erneut die Gefahren der Technologie heruntergespielt. Die einzig nötige Leitplanke für KI sei ein Präsident mit hoher Intelligenz - und den hätten die USA, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Gegen KI sei derzeit eine "kranke Verschwörung" im Gange, schrieb er weiter. "Der Einzige, der sich darüber freut, ist China."

Am Wochenende hatten erneute Aufrufe von KI-Techbossen in den USA, die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz zu verlangsamen, für Aufregung gesorgt. Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, machte einen solchen Vorstoß. Zuspruch kam von Rivalen wie dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, Sam Altman, sowie Tech-Milliardär Elon Musk. Trump hatte die Bedenken bereits zuvor als unbegründet abgetan.

Wie Trump nun mitteilte, stoppte seine Regierung wiederholt KI-Funktionäre, die schädliche oder potenziell schädliche Dinge vorantreiben. Dazu gehöre auch Anthropic-Chef Amodei, der sich lediglich als Unschuldslamm darstelle.

Trump hatte Negativ-Szenarien bereits am Rande seines Irlands-Besuchs am Wochenende zurückgewiesen. Er hatte sich mehrfach gegen eine Regulierung von KI in den USA ausgesprochen. Die USA dürften im Wettlauf mit China nicht ins Hintertreffen geraten, sagte er dazu.

Auslöser der aktuellen Diskussionen war die jüngste Warnung führender KI-Experten, dass diese Technologie die Menschheit mit einer Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent innerhalb weniger Jahre auslöschen könnte. Anthropic-Chef Amodei forderte daraufhin eine weltweite Drosselung des Forschungstempos. Einige Experten kritisierten dies als Marketingtaktik. "Wer glaubt, seine Modelle könnten die Welt gefährden, braucht für eine Pause niemandes Erlaubnis. Jede Firma kann schon heute selbst langsamer machen - freiwillig", betonte Kristian Kersting, Leiter des Fachgebiets Maschinelles Lernen an der Technischen Universität Darmstadt und Co-Direktor des KI-Zentrums Hessian.AI.

Die von den Mahnern genannte Wahrscheinlichkeit für eine KI-Apokalypse sei zudem aus der Luft gegriffen, sagte Thilo Hagendorff, Forschungsgruppenleiter KI-Sicherheit an der Universität Stuttgart. "Es gibt keine Datenbasis für solche Behauptungen. Die Zahl klingt nach Messung, ist aber ein spekulatives Bauchgefühl."

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/rts/AFP

Künstliche IntelligenzRegierungDonald TrumpKI-AgentenOpenAIUSAAnthropic