Politik

Plan bringt Republikaner auf Trump-Vertraute strikt gegen Truppenabzug

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Der neue Verteidigungsminister Miller soll für US-Präsident Trump den schnellen Truppenabzug abwickeln.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Vor dem Amtsantritt des gewählten US-Präsidenten Biden will Amtsinhaber Trump eilig Fakten schaffen und sein Wahlversprechen an die US-Soldaten einlösen. Doch führende Republikaner warnen vor den Taliban, dem Islamischen Staat und Al-Kaida. Sogar das Trauma Vietnam wird in der Debatte wieder lebendig.

Führende US-Republikaner haben Präsident Donald Trump mit deutlichen Worten vor einem beschleunigten Truppenabzug aus Afghanistan und dem Irak gewarnt. Der konservative Senats-Mehrheitsführer Mitch McConnell sagte, die USA würden damit Verbündete "aufgeben" und Islamisten einen "großen Propaganda-Sieg" bescheren.

Sollten die USA in Afghanistan den radikalislamischen Taliban und der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) das Feld überlassen, wäre dies ein "Symbol für eine Niederlage und Demütigung der USA und ein Sieg für islamischen Extremismus", führte McConnell, eigentlich ein enger Trump-Verbündeter, aus. Auch drohe ein Wiedererstarken des Terrornetzwerks Al-Kaida. Es würde sogar Erinnerungen an den US-Rückzug aus Saigon 1975 im Vietnamkrieg wecken, sagte McConnell.

US-Medien hatten zuvor berichtet, Trump könnte vor Ende seiner Amtszeit am 20. Januar 2000 Soldaten aus Afghanistan und 500 Soldaten aus dem Irak abziehen lassen. In beiden Ländern wären dann noch jeweils 2500 US-Soldaten stationiert. Laut dem Nachrichtensender CNN könnte die Anweisung noch in dieser Woche erfolgen.

Weihnachtsversprechen an die Soldaten

Trump hatte vor der Wahl vom 3. November erklärt, alle noch in Afghanistan stationierten US-Soldaten sollten bis Weihnachten in die Heimat zurückkehren. Sein Nationaler Sicherheitsberater Robert O'Brien nannte als Ziel, die Zahl Anfang kommenden Jahres auf 2500 zu reduzieren.

Generalstabschef Mark Milley erklärte in der Folge, ein weiterer Abzug von US-Soldaten hänge von einer Reduzierung der Gewalt seitens der Taliban ab. Die Taliban führen derzeit Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung.

Der republikanische Abgeordnete Michael McCaul warnte, ein "übereilter US-Abzug" würde nicht nur die Verhandlungsposition der afghanischen Regierung schwächen, sondern auch den Anti-Terror-Interessen der USA schaden. Es müssten deswegen auch in "absehbarer Zukunft" US-Soldaten in Afghanistan bleiben.

Trump drängt schon seit langer Zeit auf einen Truppenabzug aus Afghanistan. Seine Generäle warnen aber, in dem Land könnten dann wieder Islamisten die Oberhand gewinnen. Zuletzt feuerte Trump vor einer Woche seinen Verteidigungsminister Mark Esper, der darauf beharrt hatte, vorläufig 4500 US-Soldaten im Land zu lassen. Der kommissarische Pentagon-Chef Christopher Miller deutete dann am Wochenende einen beschleunigten Truppenabzug an: "Es ist jetzt Zeit, nach Hause zu kommen."

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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