Politik
Donald Trump sorgte mit seinen Aussagen schon mehrfach für Aufsehen.
Donald Trump sorgte mit seinen Aussagen schon mehrfach für Aufsehen.(Foto: imago/ZUMA Press)
Freitag, 12. Januar 2018

"Nicht die benutzte Sprache": Trump bestreitet "Drecksloch"-Äußerung

Donald Trump sorgt mit seiner Wortwahl für Empörung, als er sich abfällig über Einwanderer aus afrikanischen Ländern und Haiti äußert. Nun wehrt sich der US-Präsident gegen die Anschuldigungen und mutmaßt, die Demokraten könnten hinter der Geschichte stecken.

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Nach weltweiter Kritik an seinen abfälligen Bemerkungen über Migranten hat US-Präsident Donald Trump Berichte über seine Wortwahl zurückgewiesen. Er habe zwar eine "harte Sprache" benutzt, schrieb Trump bei Twitter. "Aber das war nicht die benutzte Sprache", schrieb Trump. In seinem Tweet erklärt Donald Trump außerdem, dass er eine "wundervolle Beziehung zu Haitianern" pflegen würde. Medienberichten zufolge hatte er bestimmte Herkunftsländer von Migranten als "Drecksloch-Länder" bezeichnet. Das Weiße Haus dementierte die Äußerungen nicht.

In seinem Tweet äußert er weiterhin den Verdacht, dass die Demokraten die Geschichte erfunden hätten. Wahrscheinlich müsse er seine Gespräche von nun an aufzeichnen, da kein Vertrauen mehr vorhanden sei.

Die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" berichteten, Trump habe bei einem Treffen mit Senatoren und Kongressabgeordneten zur Einwanderungsreform im Weißen Haus gefragt, warum die USA Menschen aus "Drecksloch-Ländern" aufnehmen sollten. "Warum kommen all diese Menschen aus Drecksloch-Ländern (auf Englisch: shithole countries) hierher?", fragte Trump laut "Washington Post", die sich auf anonyme Quellen berief.

"New York Times" verweist auf Zeugenaussagen

Die "New York Times" zitierte den Präsidenten unter Berufung auf Teilnehmer der Beratungen später ebenfalls mit dieser Äußerung. Beiden Zeitungen zufolge bezog sich Trump auf afrikanische Länder sowie auf Haiti, laut "Washington Post" zudem auf El Salvador. Demnach sagte er auch: "Warum brauchen wir mehr Haitianer? Schmeißt sie raus." Trump widersprach auf Twitter ausdrücklich den Angaben, er habe "etwas Abfälliges" über Haiti geäußert. Er habe auch nie gesagt: "Schmeißt sie raus."

Der hochrangige Senator Dick Durbin von den oppositionellen Demokraten bestätigte die Berichte. Er hatte zusammen mit Trump, Kongressabgeordneten und anderen Senatoren am Donnerstag an einem Treffen im Weißen Haus zur Einwanderungspolitik teilgenommen. "Dann verwendete er diese abscheulichen und vulgären Äußerungen", sagte der demokratische Senator dem US-Fernsehsender MSNBC. Der Präsident habe "exakt dieses Wort" benutzt und zwar "nicht nur einmal, sondern wiederholt", fügte Durbin hinzu.

Die Uno verurteilte Trumps Wortwahl als "rassistisch", parteiübergreifende Kritik gab es auch in den USA. Der Kampf gegen die illegale Einwanderung war eines von Trumps zentralen Wahlkampfversprechen. Mit seiner harschen Anti-Immigranten-Rhetorik sorgte er immer wieder für Empörung, etwa als er Einwanderer aus Mexiko pauschal als "Vergewaltiger" brandmarkte.

Quelle: n-tv.de