Politik

Sogar für Trump zu teuer?Trump droht Grönland erneut mit Übernahme - notfalls "auf die harte Art"

10.01.2026, 00:47 Uhr
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Trump spricht vor Weißem Haus mit der Presse - und bekräftigt seine Grönland-Pläne. (Foto: AP)

Der US-Präsident lässt beim Thema Grönland nicht locker. Die USA müssten die Insel unter ihre Kontrolle bringen, betont Trump. Zur Begründung fantasiert er eine Bedrohung durch andere Länder herbei.

US-Präsident Donald Trump hat seinen Gebietsanspruch auf Grönland bekräftigt und mit einer angeblichen Bedrohung durch China und Russland gerechtfertigt. Die USA würden etwas mit Blick auf Grönland unternehmen, ob das gefalle oder nicht, sagte er im Weißen Haus. "Wir werden nicht zulassen, dass Russland oder China Grönland besetzen", so Trump weiter. "Das werden sie tun, wenn wir es nicht tun", behauptete er. Er würde gerne einen Deal machen, "aber wenn wir es nicht auf die einfache Art tun, werden wir es auf die harte Art tun".

Die USA müssten Grönland verteidigen, sagte er. Der US-Präsident hatte zuletzt immer wieder deutlich gemacht, dass er die offiziell zum Nato-Partner Dänemark gehörende Insel unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will. Dabei verwies er auf deren große strategische Bedeutung und eine angebliche zuletzt große Präsenz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region. Militär- und Sicherheitsexperten widersprechen dieser Behauptung. Zwar seien zivile Schiffe in den arktischen Gewässern unterwegs, sagte etwa Michael Paul von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) im Gespräch mit ntv.de. Aber: "Die Kriegsschiffe, die Trump überall sehen will, sind Quatsch."

Für Aufsehen und Beunruhigung sorgen Trumps Äußerungen vor allem, weil er auch militärischen und wirtschaftlichen Zwang nicht ausschließt, um Kontrolle über Grönland erlangen. Die Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.

Grönlands Politik demonstriert derweil Einheit angesichts der von Trump erhobenen Besitzansprüche. "Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein", heißt es in einer von den fünf Parteien im grönländischen Parlament Inatsisartut unterzeichneten gemeinsamen Erklärung. Man wolle, dass die USA "ihre Geringschätzung gegenüber unserem Land einstellen", betonen die Parteivorsitzenden. "Die Zukunft Grönlands muss vom grönländischen Volk entschieden werden", heißt es in dem Schreiben weiter.

Dänemark und andere EU- und Nato-Länder hatten empört auf Trumps Drohungen reagiert. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte sogar, ein Angriff auf Grönland durch den Nato-Verbündeten USA würde das Ende des Verteidigungsbündnisses besiegeln. Trump sagte dazu, er sei ein "Fan" Dänemarks. "Sie waren sehr nett zu mir", fügte der US-Präsident hinzu. "Aber wissen Sie, nur weil dort vor 500 Jahren ein Boot anlegte, heißt das nicht, dass ihnen das Land gehört."

Auch bei Venezuela verweist Trump auf China und Russland

Bei einem Treffen mit Vertretern von Ölkonzernen im Weißen Haus rechtfertigte Trump nun auch das US-Vorgehen in Venezuela mit einem Verweis auf China und Russland. Ohne die USA, "wären China und Russland dort gewesen", sagte er. Zugleich gab sich Trump mit Blick auf den Verkauf von Öl offen für Geschäfte mit den beiden Ländern.

Bereits zuvor hatten die USA klargemacht, dass sie sich langfristig den Zugriff auf venezolanisches Erdöl sichern wollen. Trump erwartet nach eigenen Angaben, dass die USA über Jahre hinweg Venezuela führen und die riesigen Ölreserven dort fördern werden. Auch Ansprüche auf Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls haben die Vereinigten Staaten angemeldet. Am vergangenen Wochenende hatten Streitkräfte der USA Venezuela angegriffen, den autoritären Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores gefangen genommen und sie in die USA gebracht.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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