Politik

Diskussion mit von der Leyen Trump droht wieder mit Auto-Zöllen

Wenn deutsche Politiker, Börsen-Anleger und Industrie-Manager Albträume haben, dürften darin Autozölle der USA vorkommen. Nun droht Präsident Trump wieder mit dieser scharfen Waffe - doch bietet gleich selbst eine Lösung an.

US-Präsident Donald Trump hat gegenüber EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erneut mit Auto-Zöllen gegen europäische Hersteller gedroht. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos sprach er mit ihr über ein mögliches Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Zölle auf Autos würden sehr ernsthaft in Betracht gezogen werden, falls es kein Handelsabkommen gebe, sagte er. Gleichwohl erwarte er, "dass wir einen Deal machen können".

Wenn sich die EU "fair" verhalte, "werden wir kein Problem haben", fügte Trump hinzu. Von der Leyen betonte, dass beide Seiten "gute Freunde" seien. Nach dem Treffen teilte die EU-Kommission mit, dass es "bald" neue Gespräche in Washington geben solle. Von der Leyen erklärte, sie sei überzeugt, dass es eine "positive" Agenda der USA und der EU in Handelsfragen geben könne, ebenso in den Bereichen Technologie, Energie "und vieles andere mehr".

Das Treffen von der Leyens mit Trump war die erste offizielle Begegnung der Kommissionschefin mit dem US-Präsidenten seit ihrem Amtsantritt Anfang Dezember. Vor dem Treffen in Davos hatte Trump im Beisein seines Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und seines Handelsministers Wilbur Ross gesagt, er wolle mit von der Leyen Gespräche über ein "gutes Handelsabkommen" führen.

Nach dem ersten "Phase-1"-Abkommen zwischen den USA und China war allgemein erwartet worden, dass sich Trump wieder der EU zuwendet. Autozölle würden Deutschland besonders hart treffen, da es sich hierzulande um den größten Industriezweig handelt. Die Zölle sind aber auch in den USA umstritten, auch die Republikaner unterstützen sie keineswegs bedingungslos.

Im Gespräch mit ntv.de sagte etwa der Washington-Experte Andrew Adair, die US-Autoindustrie, der Kongress und die öffentliche Meinung seien dagegen. Der US-Transatlantik-Experte Peter Rough sagte ebenfalls gegenüber ntv.de, möglicherweise sei die Drohung mit Zöllen bereits die Strategie - sie habe schon insofern Erfolg gehabt, als deutsche Autobauer schon verstärkt in den USA investiert hätten.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP