Politik

"Sah aus wie ein Dummkopf" Trump nutzt Jahrestag für Biden-Attacke

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Trump hatte den Taliban im Februar 2020 einen vollständigen Truppenabzug zugesagt.

(Foto: zz/Dennis Van Tine/STAR MAX/IPx)

Am Jahrestag der Anschläge vom 11. September wird in den USA an die rund 3000 Opfer erinnert. Ex-Präsident Trump nutzt den Gedenktag einmal mehr, um seinen Amtsnachfolger für den chaotischen Abzug aus Afghanistan zu kritisieren. Biden habe am Hindukusch kapituliert, so das Fazit des Republikaners.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat den 20. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September für Attacken gegen seinen Nachfolger Joe Biden genutzt. In einer Videobotschaft warf Trump dem Demokraten "Inkompetenz" beim Afghanistan-Abzug vor und sagte, der Präsident habe wie ein "Dummkopf" gewirkt.

In dem Video bezeichnete Trump zunächst den 11. September 2001 als "sehr traurigen Tag" und würdigte den Einsatz der Rettungskräfte bei den Anschlägen. Dann ging er direkt zur Kritik an Biden über. "Es ist auch eine traurige Zeit wegen der Art und Weise, wie vergangene Woche unser Krieg gegen jene endete, die unserem Land so viel Schaden zugefügt haben." Er bezog sich damit auf den chaotischen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan.

Nicht nur seien bei einem Anschlag am Flughafen von Kabul Ende August 13 US-Soldaten getötet worden, sagte Trump. Auch sei den USA Militärausrüstung im Wert von 85 Milliarden Dollar "weggenommen" worden, "ohne dass auch nur ein Schuss abgefeuert wurde". Trump spielte damit auf militärische Ausrüstung an, die in die Hände der Taliban fiel.

"Der Anführer unseres Landes sah aus wie ein Dummkopf, und das darf nie wieder passieren", sagte Trump. Das Chaos beim Afghanistan-Abzug gehe auf "schlechte Planung, unglaubliche Schwäche und Anführer zurück, die wirklich nicht verstanden haben, was passiert". Biden und seine "unfähige" Regierung hätten in Afghanistan kapituliert. "Wir werden Schwierigkeiten haben, uns von der Peinlichkeit zu erholen, die diese Inkompetenz verursacht hat", sagte der Rechtspopulist.

Klarer Bruch mit den Gepflogenheiten

Die Taliban hatten inmitten des von Biden angeordneten Truppenabzugs aus Afghanistan die Macht in dem Land an sich gerissen. Es war eine schwere Demütigung für die USA, die nach den Terroranschlägen von 2001 in Afghanistan einmarschiert waren und die Taliban, die dem Terrornetzwerk Al-Qaida Unterschlupf gewährt hatten, von der Macht vertrieben hatten. Allerdings war es Trump, der den Taliban im Februar 2020 einen vollständigen Truppenabzug im Jahr 2021 zugesagt hatte.

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Der Ex-Präsident hat seinen Nachfolger wegen des Truppenabzugs wiederholt scharf kritisiert. Dass Trump dies jetzt auch an dem Tag tat, an dem landesweit der fast 3000 Todesopfer von 9/11 gedacht wird, ist ein klarer Bruch mit den Gepflogenheiten. Biden hatte das Land in seiner Videoansprache zum 20. Jahrestag der Anschläge zur Einheit aufgerufen.

Anders als die Ex-Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton sollte Trump an keiner offiziellen Gedenkzeremonie teilnehmen. Er wollte dafür am Abend für einen Streamingsender einen Boxkampf kommentieren. Trump ist nach wie vor der starke Mann bei den konservativen Republikanern und flirtet offen mit einer erneuten Präsidentschaftskandidatur 2024.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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